Gruppenreisen · Themenreise
Urlaub in der Lausitz: Spreewald, Sorben und Seenland für Gruppen
Die Themenreise Lausitzer Impressionen zeigt in fünf Tagen, was die Region ausmacht: das Wasserlabyrinth des Spreewalds, die Kultur der Sorben und die junge Seenlandschaft aus ehemaligen Tagebauen. Ein Programm für Gruppen, die mehr als eine Stadt sehen und weniger als hundert Kilometer am Tag fahren wollen.
- 5
- Tage, 4 Übernachtungen
- 3
- Landschaften: Spreewald, Seenland, Oberlausitz
- ≤ 80km
- Busfahrt pro Tag
Die Idee der Reise
Urlaub in der Lausitz heißt für die meisten Gäste: Spreewald. Die Themenreise Lausitzer Impressionen erweitert das Bild um zwei Landschaften, die außerhalb der Region kaum bekannt sind – die sorbische Oberlausitz um Bautzen und das Lausitzer Seenland zwischen Senftenberg und Hoyerswerda. In fünf Tagen fährt die Gruppe von Norden nach Süden durch alle drei, mit zwei Hotelstandorten und Tagesfahrten unter 80 Kilometern.
Programm
| Tag | Programm | Standort |
|---|---|---|
| 1 | Anreise Spreewald, Abendspaziergang Lübbenau, Gurkenverkostung | Lübbenau |
| 2 | Kahnfahrt nach Lehde, Freilandmuseum, Mittag im Spreewaldgasthof, Nachmittag Burg mit Bismarckturm | Lübbenau |
| 3 | Fahrt ins Seenland: IBA-Terrassen Großräschen, Schifffahrt Senftenberg–Geierswalde durch den Koschener Kanal, Rostiger Nagel | Senftenberg |
| 4 | Bautzen: Stadtführung, Sorbisches Museum, Mittag; Nachmittag Kloster St. Marienstern oder Krabat-Mühle Schwarzkollm | Senftenberg |
| 5 | Hoyerswerda oder Cottbus (Wendisches Museum), Abreise | – |
Tag 1 und 2: Spreewald
Der Spreewald ist ein Binnendelta mit über 300 Fließen, in dem Kähne bis heute Post, Kinder und Gäste transportieren. Die Gruppe erlebt ihn vom Wasser: Die Kahnfahrt von Lübbenau nach Lehde führt durch das Dorf, das nur über Wasser oder zu Fuß erreichbar ist. Das Freilandmuseum Lehde zeigt vier Höfe aus dem 19. Jahrhundert; im Spreewaldgasthof gibt es Gurken, Leinöl und Quark. Der Nachmittag in Burg zeigt die Streusiedlung mit ihren über Kilometer verteilten Höfen und den Bismarckturm mit Blick über das Delta.
Tag 3: Seenland
Zwischen Spreewald und Oberlausitz liegt die jüngste Landschaft der Reise. Die IBA-Terrassen in Großräschen erklären auf der ehemaligen Tagebaukante, wie aus der Grube Meuro ein See wurde. In Senftenberg besteigt die Gruppe das Fahrgastschiff, das durch den Koschener Kanal – teilweise als Tunnel unter der Bundesstraße – zum Geierswalder See fährt. Dort liegen die schwimmenden Häuser im Hafen; vom Rostigen Nagel, einem 30 Meter hohen Turm aus Cortenstahl, überblickt man drei Seen. Der Kontrast zum Spreewald ist das Thema des Tages: hier gewachsen über Jahrtausende, dort gemacht in fünfzig Jahren.
Tag 4: Sorben
Bautzen ist die Hauptstadt der sorbischen Kultur. Nach der Stadtführung durch die Altstadt mit ihren siebzehn Türmen besucht die Gruppe das Sorbische Museum in der Ortenburg. Am Nachmittag stehen zwei Orte zur Wahl: das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, seit 1248 von Zisterzienserinnen bewohnt, im Zentrum des katholischen Sorbenlands – oder die Krabat-Mühle in Schwarzkollm, die die bekannteste sorbische Sage vom Zauberlehrling Krabat mit einer nachgebauten Mühle und Erlebnispfad erzählt. Für Gruppen mit Kindern ist die Krabat-Mühle die bessere Wahl; für kulturhistorisch Interessierte das Kloster.
Reisezeit
Die Reise ist von April bis Oktober durchführbar; Kähne und Schiffe fahren in dieser Zeit. Der Frühling bringt das Osterreiten in der Oberlausitz, der Herbst die Fischwochen mit Karpfengerichten. Wer die sorbischen Bräuche in den Mittelpunkt stellen will, findet unter der Themenreise Bräuche, Trachten, Traditionen ein eigenes Programm.
Hotels und Bus
Lübbenau und Burg haben Gruppenhotels mit Busparkplatz; Senftenberg Hotels am Stadthafen und am See. Für den Wechsel zwischen den Standorten und die Tagesfahrten ist ein Reisebus nötig; Gruppen ohne eigenen Bus buchen ihn über regionale Busunternehmen in Cottbus oder Hoyerswerda.
Variante ohne Hotelwechsel
Wer den Wechsel des Hotels vermeiden will, nimmt Cottbus als einzigen Standort: Spreewald (30 Minuten), Seenland (45 Minuten) und Bautzen (75 Minuten) sind als Tagesfahrten erreichbar. Die Busfahrzeiten steigen dann auf bis zu 150 Kilometer am Tag, dafür bleibt das Gepäck vier Nächte im Zimmer. Cottbus bietet zusätzlich den Branitzer Park mit den Pyramiden des Fürsten Pückler und das Wendische Museum als Abendprogramm oder als Ersatz für den fünften Tag.
Der Rhythmus der fünf Tage
Die Reihenfolge der Tage ist kein Zufall, sondern folgt dem Belastungsprofil einer Gruppe. Die beiden Spreewaldtage am Anfang enthalten viel Gehen und Stehen – Kahnfahrt, Freilandmuseum, Dorfrundgang –, der Seenlandtag in der Mitte ist ein Sitztag mit Schiff und Bus, und der Sorbentag am Ende verbindet Museum und Werkstatt mit kurzen Wegen. So liegt der ruhigste Programmpunkt dort, wo Gruppen erfahrungsgemäß müde werden.
Zwischen den Tagen bleibt Raum für freie Zeit. Die Programme sehen dafür meist den späten Nachmittag vor: eine Stunde in der Altstadt, am Hafen oder am Hotel, bevor das Abendessen beginnt. Reiseleitungen halten diesen Block bewusst offen, weil er sich verschieben lässt, wenn eine Führung länger dauert oder ein Kahnkonvoi wartet.
Reiseleitung und Sprachen
Die Reise wird von ortskundiger Reiseleitung begleitet, die auch die Fahrten im Bus nutzt: Die Strecke zwischen Spreewald und Seenland führt durch Rekultivierungsflächen und an Tagebaukanten vorbei, und ohne Erklärung bleibt diese Landschaft für Gäste unlesbar.
Führungen finden auf Deutsch statt; im Sorbischen Museum und in den Werkstätten sind Erläuterungen auf Sorbisch mit Übersetzung möglich, was für Gruppen mit Interesse an der Sprache reizvoll ist. Englischsprachige Führungen sind in Görlitz, Bautzen und im Spreewald verfügbar, müssen aber bei der Buchung angemeldet werden, weil die Zahl der Führenden begrenzt ist. Für Gruppen aus Polen und Tschechien gibt es an mehreren Stationen muttersprachliche Führungen – die Region arbeitet seit Jahren grenzüberschreitend.
Häufige Fragen
Wo übernachtet die Gruppe am besten?
Zwei Nächte im Spreewald (Lübbenau oder Burg) und zwei im Seenland (Senftenberg) oder in Bautzen. So bleiben die Tagesfahrten unter 80 Kilometern und die Gruppe erlebt beide Landschaften auch abends.
Wann finden die sorbischen Feste statt?
Vogelhochzeit am 25. Januar, Zampern im Februar, Osterreiten am Ostersonntag, Maibaumwerfen Ende Mai, Erntefeste im September, Fischwochen im Oktober. Das Osterreiten ist der bekannteste Termin; Gruppen sollten dafür ein Jahr im Voraus buchen.
Ist eine Kahnfahrt für große Gruppen möglich?
Ja. Ein Spreewaldkahn nimmt 20 bis 25 Personen auf; größere Gruppen fahren in mehreren Kähnen im Konvoi. Die Fahrt von Lübbenau nach Lehde und zurück dauert etwa zwei Stunden, mit Mittagessen in Lehde drei bis vier.