Lausitz TourismusLausitzer Seenland
Silhouette einer Altstadt mit Türmen über einem Fluss zur blauen Stunde

Gruppenreisen · Übersicht

Incoming-Gruppenreisen in die Lausitz: Bausteine, Planung, Ablauf

Gruppenreisen in die Lausitz beginnen meist bei einer Incoming-Agentur. Incoming bezeichnet im Tourismus die Organisation von Reisen für Gäste, die in eine Region kommen – im Gegensatz zum Outgoing, das Reisen aus der Region hinaus verkauft. Für die Lausitz übernehmen Incoming-Agenturen und regionale Busunternehmen diese Aufgabe: Sie stellen aus Hotels, Führungen, Kahnfahrten und Besichtigungen komplette Programme für Gruppen zusammen.

20+
Personen: übliche Gruppengröße
3–5
Tage: übliche Reisedauer
4
Teilregionen mit eigenen Programmen

Was Incoming bedeutet

Im Reisegeschäft wird zwischen Outgoing und Incoming unterschieden. Outgoing-Veranstalter verkaufen Reisen in ferne Ziele; Incoming-Agenturen organisieren die Aufenthalte der Gäste, die ankommen. Für eine Region wie die Lausitz sind Incoming-Agenturen die Stelle, an der ein Busunternehmen aus Westfalen, ein Heimatverein aus Bayern oder eine Schulklasse aus Berlin ein komplettes Programm bucht: Hotel, Reiseleitung, Kahnfahrt, Stadtführung, Eintritte, Abendessen – als ein Paket mit einem Preis pro Person.

Gruppenreisen in die Lausitz sind für diese Form des Reisens gut geeignet. Sie liegt zwischen Berlin und Dresden, ist mit dem Bus in einem Tag aus fast ganz Deutschland erreichbar, und ihre Sehenswürdigkeiten – Spreewald, Görlitz, Bautzen, Muskauer Park, Seenland – liegen jeweils eine Busstunde auseinander.

Die Teilregionen und ihre Programme

RegionTypische BausteineDauer
SpreewaldKahnfahrt, Freilandmuseum Lehde, Gurkeneinlegerei1–2 Tage
Lausitzer SeenlandSchifffahrt, IBA-Terrassen, Aussichtsturm, Tagebaufahrt1 Tag
Oberlausitz (Bautzen, Görlitz)Stadtführungen, Sorbisches Museum, Klöster2 Tage
Zittauer Gebirge, Bad MuskauSchmalspurbahn, Fastentuch, Muskauer Park1–2 Tage

Die meisten Gruppenreisen in die Lausitz verbinden zwei oder drei Regionen zu einer Reise von drei bis fünf Tagen mit festem Hotel in Cottbus, Bautzen oder Görlitz und täglichen Ausflügen per Bus.

Wie ein Programm entsteht

Der Ablauf ist bei fast allen Agenturen ähnlich. Der Veranstalter nennt Reisezeit, Gruppengröße, Budget pro Person und die gewünschten Schwerpunkte – Natur, Städte, Kultur, Technik. Die Agentur schlägt ein Programm mit Tagesablauf vor, reserviert Hotelkontingente und holt Angebote der Leistungsträger ein: Kahnfährleute, Stadtführerinnen, Museen, Schifffahrtsbetriebe. Nach Freigabe wird das Programm gebucht; die Agentur stellt die Reiseunterlagen zusammen und ist während der Reise erreichbar. Der Busveranstalter zahlt einen Paketpreis und kalkuliert darauf seinen Verkaufspreis.

Für Vereine und private Gruppen, die ohne Veranstalter reisen, übernehmen die Agenturen zusätzlich die Busbestellung bei einem regionalen Busunternehmen.

Gruppenreisen als Themenreise oder Baustein

Zwei Formen sind üblich. Themenreisen sind fertige Programme mit festem Ablauf – etwa eine Städtereise Dresden–Görlitz–Bautzen oder eine Kulturreise zu sorbischen Bräuchen. Bausteine sind einzelne Tagesprogramme, aus denen Veranstalter ihre eigene Reise zusammensetzen: ein Spreewaldtag, ein Seenlandtag, ein Görlitz-Tag. Die Bausteine sind so kalkuliert, dass sie sich kombinieren lassen, ohne dass die Busfahrzeiten zwischen den Orten zwei Stunden überschreiten.

Die auf dieser Website beschriebenen Themenreisen und Bausteine zeigen, wie solche Programme aufgebaut sind: Ablauf, Fahrzeiten, Besichtigungsdauer und die Orte, die dabei gesehen werden.

Busunternehmen der Lausitz

In Bautzen, Görlitz, Cottbus, Hoyerswerda und Zittau gibt es regionale Busunternehmen, die Reisebusse mit 30 bis 55 Plätzen für Gruppen bereitstellen und die Region kennen. Für Gruppen, die mit der Bahn anreisen, übernehmen sie die Transfers und Ausflugsfahrten vor Ort; für Gruppen, die mit dem eigenen Bus kommen, stellen sie ortskundige Reiseleitung. Die Zusammenarbeit zwischen Incoming-Agentur, Busunternehmen und Hotel ist in der Lausitz eingespielt – die Region lebt seit den 1990er Jahren vom Gruppentourismus.

Reisezeit

Die beste Zeit für Gruppen sind Mai bis Juni und September bis Oktober: freie Hotelkontingente, offene Kähne und Schiffe, mildes Wetter. Im Hochsommer konkurrieren Gruppen mit Individualgästen um die Unterkünfte im Spreewald und Seenland. Der Winter eignet sich für Städtereisen nach Görlitz und Bautzen mit Weihnachtsmärkten; Spreewald und Seenland ruhen dann weitgehend.

Anreise und Fahrzeiten

Die Lausitz liegt für Busgruppen günstig. Cottbus ist von Berlin über die A13 und A15 in etwa zwei Stunden erreicht, Bautzen von Dresden über die A4 in einer Stunde, Görlitz in eineinhalb. Aus dem Ruhrgebiet oder aus Süddeutschland ist die Anfahrt eine Tagesetappe – die meisten Programme beginnen deshalb erst am Nachmittag des Anreisetags mit einer Stadtführung oder einem Abendessen und nutzen den ersten vollen Tag für den weiter entfernten Programmpunkt.

Innerhalb der Region sind die Fahrzeiten kurz: zwischen Cottbus und dem Spreewald eine halbe Stunde, zwischen Bautzen und Görlitz vierzig Minuten, zwischen Cottbus und Senftenberg vierzig Minuten. Das erlaubt Programme mit festem Hotel und wechselnden Tagesausflügen, ohne dass Gruppen jeden Morgen Koffer packen. Wer zwei weit auseinanderliegende Schwerpunkte verbinden will – Spreewald und Zittauer Gebirge etwa –, plant üblicherweise einen Hotelwechsel nach der Hälfte der Reise.

Gruppen mit besonderen Anforderungen

Ein Teil der Programme richtet sich an Seniorengruppen, und daran hängen praktische Fragen. Der Einstieg in einen Spreewaldkahn erfolgt über eine niedrige Bordwand und ist mit Hilfe der Fährleute für die meisten Gäste machbar; für Rollstuhlfahrende gibt es einzelne Kähne mit Rampe, die vorab bestellt werden müssen. Die Altstädte von Görlitz und Bautzen haben Kopfsteinpflaster und Steigungen, weshalb Führungen dort in kurze Abschnitte mit Sitzgelegenheiten geteilt werden.

Im Muskauer Park sind die Wege lang und geschottert; eine Parkeisenbahn übernimmt Teilstrecken. An den Seen im Lausitzer Seenland sind die Uferpromenaden und Hafenanlagen neu gebaut und durchgängig befahrbar. Agenturen halten diese Angaben in ihren Programmbeschreibungen fest, damit Reiseleitungen die Gehstrecken vorher kennen und einzelne Punkte ohne Umbau des Tagesablaufs entfallen können.

Bei Führungen in Museen und Kirchen begrenzen die Häuser die Gruppengröße oft auf 25 bis 30 Personen. Ein voller Reisebus wird dann geteilt, was zwei Führungen parallel oder versetzt bedeutet und im Tagesablauf eine halbe Stunde zusätzlich kostet.

Häufige Fragen

Was macht eine Incoming-Agentur?

Sie organisiert Reisen für Gruppen, die in eine Region kommen: Hotelkontingente, Reiseleitung, Eintritte, Kahnfahrten, Stadtführungen und den Ablaufplan. Der Busveranstalter oder Verein bucht ein Paket statt zwanzig Einzelleistungen und hat vor Ort einen Ansprechpartner.

Ab welcher Gruppengröße lohnt sich ein Incoming-Programm?

Ab etwa 20 Personen. Darunter sind Gruppenpreise für Führungen und Kahnfahrten selten, und die Hotels behandeln die Buchung als Einzelreise. Bei 40 bis 50 Personen – ein voller Reisebus – sind die Konditionen am günstigsten.

Welche Reisezeit ist für Gruppen am besten?

Mai bis Juni und September bis Oktober. Die Hauptsaison im Juli und August ist im Spreewald und im Seenland von Individualgästen ausgebucht; Frühjahr und Herbst bieten freie Kontingente, milde Temperaturen und die sorbischen Feste – Osterreiten im Frühjahr, Fischwochen im Herbst.

Lausitz Tourismus · Lausitzer Seenland

51°31′N 14°08′E