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Blatt SEE / 02 · Tagebau Koschen

Der Geierswalder See: 98 Millionen Kubikmeter im Tagebau Koschen

Lejnjanski jězor · obersorbisch · Flutung bis 2013

Der Geierswalder See ist mit 6,53 Quadratkilometern die kleinste Fläche der fünf Seen — und zugleich der einzige, dessen Wasservolumen veröffentlicht ist: 98 Millionen Kubikmeter stehen im Restloch des Tagebaus Koschen, bis zu 34 Meter tief.

6,53km²
Fläche
34m
Max. Tiefe
101,0NHN
Spiegel
98Mio. m³
Volumen
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02 / Tiefe

Der Geierswalder See im Querschnitt

0 m−10−20−30−34SPIEGEL 101,0 M NHNEHEM. TAGEBAUKANTE
Querschnitt · Profilform schematisch, Tiefenskala maßstäblich gegen 34 Meter

Weil für den Geierswalder See als einzigen der Kette ein veröffentlichtes Volumen vorliegt, ist er auch der See, dessen Querschnitt die Übersichtskarte zeichnet. Die Tiefenachse ist maßstäblich gegen die realen 34 Meter gesetzt; die Profilform bleibt schematisch, denn eine Tiefenkarte ist nicht veröffentlicht.

Sein Wasserspiegel liegt bei 101,0 Metern NHN — zwei Meter über dem des Senftenberger Sees nebenan. Genau diesen Unterschied überbrückt die Schleuse des Koschener Kanals.

Gemessen an der Fläche ist der Geierswalder See mit 12,5 Prozent der Gesamtfläche das kleinste Blatt, gemessen am Wasser dahinter nicht: 98 Millionen Kubikmeter auf 6,53 Quadratkilometern ergeben eine mittlere Tiefe von rund 15 Metern, fast die Hälfte der größten Tiefe von 34 Metern. Diese eine veröffentlichte Zahl ist der Grund, warum nur dieses Blatt einen maßstäblichen Querschnitt zeichnet. Der Spiegel liegt auf 101,0 Metern NHN wie beim Sedlitzer und beim Partwitzer See; nur zum Senftenberger See mit 99,0 Metern gibt es die Stufe von zwei Metern, die der Koschener Kanal mit seiner Schleuse ausgleicht.

Der Geierswalder See entstand aus dem Tagebau Koschen. Für keinen See der Kette ist eine Tiefenkarte veröffentlicht — gezeichnet wird nur, was eine Quelle hat.

Vom Tagebau Koschen zum Geierswalder See

03 / Zeitschichten

Der See entstand aus dem Tagebau Koschen und wurde bis 2013 geflutet. Sein obersorbischer Name ist Lejnjanski jězor. Im selben Jahr, in dem er seinen Endstand erreichte, ging der Koschener Kanal in Betrieb — seither ist er schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden und wurde damit zum Verkehrsknoten der Kette.

Der Koschener Kanal lief bis zu seiner Umbenennung unter der Arbeitsbezeichnung Überleiter 12. Er ist rund einen Kilometer lang, verläuft teilweise als Schiffstunnel unter der Bundesstraße 96 und der Schwarzen Elster und überwindet den Höhenunterschied der beiden Spiegel mit einer Schleuse.

Überleiter

04 / Verbindungen des Geierswalder Sees

Zwei benannte Überleiter treffen sich hier: der Koschener Kanal zum Senftenberger See — in Betrieb seit 2013 — und der Sornoer Kanal zum Sedlitzer See. Damit sitzt der kleinste See der Kette an ihrer meistbefahrenen Stelle.

  1. Sornoer Kanal

    Führt zum Sedlitzer See — 13,30 km², max. 27 m, Spiegel 101,0 m NHN.

  2. Koschener Kanal · seit 2013

    Führt zum Senftenberger See — 13,00 km², max. 26 m, Spiegel 99,0 m NHN.

Was 98 Millionen Kubikmeter aussagen

05 / Lesart der Zahlen

Der Geierswalder See ist der einzige der fünf mit veröffentlichtem Volumen. Aus dieser Zahl lässt sich mehr ableiten als aus jeder anderen Angabe der Kette.

Volumen geteilt durch Fläche ergibt die mittlere Tiefe: 98 Millionen Kubikmeter auf 6,53 Quadratkilometern sind rund 15 Meter. Die größte Tiefe beträgt 34 Meter, also mehr als das Doppelte. Dieses Verhältnis beschreibt die Form des Beckens: Ein See, dessen mittlere Tiefe bei etwa der Hälfte der größten liegt, hat kein flaches Becken mit einem einzelnen Loch, sondern eine gleichmäßig abfallende Wanne — die Form eines Tagebaurestlochs.

Die mittlere Tiefe ist auch das Maß dafür, wie träge ein See ist. Je mehr Wasser pro Fläche steht, desto langsamer erwärmt sich das Gewässer im Frühjahr, desto länger hält es die Wärme im Herbst und desto seltener trägt es im Winter eine geschlossene Eisdecke. Das gilt für jedes Standgewässer und erklärt, warum die fünf Seen der Kette trotz gleicher Lage und gleichen Wetters unterschiedlich reagieren: Ihre Becken sind verschieden geformt.

Für den Verbund ist der Geierswalder See der Knoten. Von hier führen zwei benannte Überleiter weg — der Sornoer Kanal zum Sedlitzer See auf gleicher Höhe und der Koschener Kanal zum Senftenberger See, zwei Meter tiefer. Diese zwei Meter sind der Grund für die einzige Schleuse der Kette. Wo zwei Wasserflächen gleich hoch stehen, genügt ein Durchstich; wo eine Stufe liegt, braucht es ein Bauwerk, das ein Schiff anhebt und absenkt.

Warum nur für diesen See ein Volumen vorliegt, hat einen praktischen Grund. Eine Fläche lässt sich aus Luftbildern bestimmen, ein Pegel an einer Messlatte ablesen, die größte Tiefe an einer einzelnen Stelle sondieren. Ein Volumen dagegen setzt eine flächige Tiefenaufnahme voraus — ein Raster aus Echolotprofilen über das ganze Becken, aus dem sich der Rauminhalt rechnen lässt. Solche Aufnahmen entstehen, wenn ein Gewässer bewirtschaftet oder schiffbar gemacht wird, und sie werden nicht immer veröffentlicht.

Deshalb steht in den Datenblättern der vier Nachbarn an dieser Stelle nichts. Wer die fünf Seen vergleichen will, vergleicht Flächen, Tiefen und Pegel; die mittlere Tiefe, das aussagekräftigste Maß für die Form eines Beckens, ist nur hier zu haben. Ein geschätzter Wert für die übrigen wäre bequem und wertlos — er würde eine Messung behaupten, die niemand vorgenommen hat.

Zwei weitere Jahreszahlen ordnen den See ein: 2004 endete hier die Sanierung des Restlochs, 2006 wurde er freigegeben — sieben Jahre vor dem Erreichen seines Endstands. Ein Becken kann also nutzbar sein, lange bevor es voll ist, weil Freigabe und Zielpegel zwei verschiedene Verfahren sind: das eine bewertet die Standsicherheit der Ufer, das andere den Wasserstand. Sein obersorbischer Name ist Lejnjanski jězor.

Was diesen See für die Kette wichtig macht, ist damit nicht seine Größe, sondern seine Lage im Netz. Er ist der kleinste der fünf und gleichzeitig der einzige, an dem zwei Überleiter unterschiedlicher Art zusammentreffen — einer auf gleicher Höhe, einer über eine Stufe. Wer den Verbund als System liest, beginnt deshalb hier und nicht am größten Becken.

Die anderen Blätter

06 / Register

Vier weitere Seen bilden mit dem Geierswalder See den Verbund — jedes Blatt trägt die veröffentlichten Zahlen seines Sees und den Tagebau, aus dem er entstand.

Fläche, Tiefe und Spiegel nach veröffentlichten Kennzahlen
UmrissSeeFlächeMax. TiefeSpiegel
Sedlitzer See

ehem. Tagebau Sedlitz

Mit 13,30 km² die größte Wasserfläche der Kette — und die jüngste: erst 2025 erreichte der See seinen Zielpegel.

13,30 km²27 m101,0 m NHN
Senftenberger See

ehem. Tagebau Niemtsch

Der Älteste. Zwischen 1967 und 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, damals noch als Speicherbecken Niemtsch.

13,00 km²26 m99,0 m NHN
Partwitzer See

ehem. Tagebau Scado

Elf Quadratkilometer über dem ehemaligen Tagebau Scado, seit 2015 auf Endwasserstand — mit 41 m bemerkenswert tief.

11,00 km²41 m101,0 m NHN
Großräschener See

ehem. Tagebau Meuro

Der Tiefste: 55 m hinunter bis zur Sohle des Tagebaus Meuro. Die Flutung begann 2007.

8,20 km²55 m100,0 m NHN
Geierswalder See

ehem. Tagebau Koschen

Der Verkehrsknoten der Kette: seit 2013 über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden. 98 Mio. m³ Wasser.

6,53 km²34 m101,0 m NHN

Fragen

07 / Zum Geierswalder See

Wie viel Wasser fasst der Geierswalder See?

98 Millionen Kubikmeter — der einzige veröffentlichte Volumenwert unter den fünf Seen der Kette, bei 6,53 km² Fläche und bis zu 34 Metern Tiefe.

Was ist der Koschener Kanal?

Der schiffbare Überleiter zwischen Geierswalder und Senftenberger See: rund ein Kilometer lang, teilweise als Schiffstunnel unter der B 96 und der Schwarzen Elster geführt, mit einer Schleuse für den Höhenunterschied. In Betrieb seit 2013.

Wie tief ist der Geierswalder See?

Bis zu 34 Meter unter dem Spiegel von 101,0 Metern NHN — die Sohle des ehemaligen Tagebaus Koschen.

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51°31′N 14°08′E