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Blatt SEE / 03 · Tagebau Scado

Der Partwitzer See: 41 Meter Tiefe über dem Tagebau Scado

Parcowski jězor · obersorbisch · Flutung 2004–2015

Elf Quadratkilometer Wasser über dem ehemaligen Tagebau Scado: der Partwitzer See wurde von 2004 bis 2015 geflutet und ist mit 41 Metern der zweittiefste See der Kette — nur der Großräschener See reicht tiefer hinab.

11,00km²
Fläche
41m
Max. Tiefe
101,0NHN
Spiegel
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02 / Tiefe

Der Partwitzer See im Querschnitt

0 m−10−20−30−40−41SPIEGEL 101,0 M NHNEHEM. TAGEBAUKANTE
Querschnitt · Profilform schematisch, Tiefenskala maßstäblich gegen 41 Meter

Die Sohle des Tagebaus Scado liegt bis zu 41 Meter unter dem Spiegel von 101,0 Metern NHN. Elf Jahre dauerte es, dieses Becken zu füllen — länger als bei jedem anderen See der Kette, dessen Flutungszeitraum veröffentlicht ist.

Der See zeigt Verockerung, und ein Gewässerbehandlungsschiff arbeitet auf der Fläche — der Bergbau ist hier auch im Wasser selbst noch nicht Vergangenheit.

Auf dem Blatt ist der Partwitzer See der zweittiefste der Kette: 41 Meter unter dem Spiegel von 101,0 Metern NHN, nur der Großräschener See reicht weiter hinab. Mit 11,00 Quadratkilometern trägt er 21,1 Prozent der Gesamtfläche und steht damit zwischen den beiden großen Seen im Norden und Westen und dem kleineren Geierswalder See. Seine Flutung dauerte von 2004 bis 2015 – elf Jahre, die längste veröffentlichte Spanne der Kette; am Senftenberger See waren es von 1967 bis 1972 fünf Jahre. Der Rosendorfer Kanal zum Sedlitzer See ist sein einziger benannter Überleiter; Klein Partwitz steht als Ort am Ufer auf der Karte.

Der Partwitzer See entstand aus dem Tagebau Scado. Für keinen See der Kette ist eine Tiefenkarte veröffentlicht — gezeichnet wird nur, was eine Quelle hat.

Vom Tagebau Scado zum Partwitzer See

03 / Zeitschichten

Am Ostufer, bei Klein Partwitz, liegen die ehemaligen Kippenflächen des Tagebaus Scado, die heute als eine der wenigen Flächen des Seenlands für geführte Geländefahrten freigegeben sind; der Rostige Nagel am Sornoer Kanal überblickt den See von Norden. Der Strand von Klein Partwitz ist der jüngste der Kette und liegt direkt an der Seenland-Route.

Benannt ist der See — obersorbisch Parcowski jězor — nach Klein Partwitz am Ostufer. Das Dorf Scado, das dem Tagebau seinen Namen gab, wurde bereits in den 1960er Jahren devastiert, und zwar für den benachbarten Tagebau Koschen.

In der Chronik des Verbundes steht der Partwitzer See an vierter Stelle: 2015 erreichte er seinen Endwasserstand, zwei Jahre nach dem Geierswalder See und zehn Jahre vor dem Sedlitzer See, mit dem ihn der Rosendorfer Kanal verbindet.

Überleiter

04 / Verbindungen des Partwitzer Sees

Ein benannter Überleiter: der Rosendorfer Kanal zum Sedlitzer See. Über dessen zweiten Kanal — den Sornoer — setzt sich die Kette zum Geierswalder See fort. Mit 41 Metern Tiefe ist der Partwitzer See nach dem Großräschener See der tiefste des Verbundes; sein Spiegel liegt wie der des Sedlitzer Sees bei 101,0 m NHN.

  1. Rosendorfer Kanal

    Führt zum Sedlitzer See — 13,30 km², max. 27 m, Spiegel 101,0 m NHN.

Verockerung: was im Wasser noch arbeitet

05 / Lesart der Zahlen

Der Partwitzer See zeigt Verockerung, und ein Gewässerbehandlungsschiff arbeitet auf seiner Fläche. Beides gehört zur Nachgeschichte des Tagebaus Scado.

Verockerung entsteht, wenn Grundwasser durch Kippenböden strömt, in denen eisenhaltige Minerale liegen. Solange die Gruben trocken gehalten wurden, war Luft in diesen Böden; das gelöste Eisen bleibt im sauerstoffarmen Grundwasser transportfähig und fällt erst aus, wenn es an der Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Was dann ausfällt, ist Eisenhydroxid — der rostbraune Schleier, der Gewässern der Bergbaufolgelandschaft ihren Namen gab.

Behandelt wird das mit zwei Mitteln. Kalk hebt den pH-Wert, der durch die begleitende Schwefelsäure sinkt, und Flockungshilfen lassen die feinen Eisenpartikel zu größeren Flocken zusammenwachsen, die zum Grund absinken. Ein Behandlungsschiff bringt diese Stoffe dosiert in die Wasserfläche ein und arbeitet dort über Jahre — es ist kein Bauwerk, sondern ein laufender Betrieb, der so lange nötig bleibt, wie aus den Kippen Eisen nachströmt.

Die Zeitachse des Sees passt zu diesem Befund. Elf Jahre dauerte seine Flutung, von 2004 bis 2015 — die längste veröffentlichte Spanne der Kette, am Senftenberger See waren es fünf. Ein Becken, das über elf Jahre gefüllt wird, steht entsprechend lange mit wechselnden Wasserständen an seinen Kippenufern, und genau in dieser Zone entsteht der Kontakt zwischen Grundwasser, Boden und Luft, aus dem die Verockerung folgt.

Gefüllt wurden die Becken der Kette nicht allein durch aufsteigendes Grundwasser, sondern überwiegend mit Wasser aus Flüssen der Region — am ersten See der Kette aus der Schwarzen Elster. Das hat einen chemischen Grund: Steigt nur Grundwasser durch die Kippen auf, gelangt eisen- und sulfatreiches Wasser in den See und versauert ihn. Flusswasser bringt Härte und Puffer mit, verdünnt die Zuflüsse aus den Kippen und verkürzt die Füllzeit um Jahre.

Die Flutungsdauer ist damit keine technische Nebengröße, sondern eine wasserwirtschaftliche Entscheidung: Wie viel darf einem Fluss entnommen werden, ohne dass er selbst zu wenig führt? In trockenen Jahren wird die Entnahme gedrosselt, und die Flutung dauert länger. Die elf Jahre am Partwitzer See sind vor diesem Hintergrund zu lesen — nicht als Verzögerung, sondern als das Tempo, das der Fluss zuließ. Der bemerkenswerteste Eintrag dieses Blattes ist deshalb keine Zahl, sondern ein laufender Betrieb auf dem Wasser.

In der Geometrie der Kette steht der See in der Mitte: 11,00 Quadratkilometer, 21,1 Prozent der Gesamtfläche, ein einziger benannter Überleiter. Über den Rosendorfer Kanal gehört er zu dem Verbund aus drei Becken auf 101,0 Metern NHN, die sich hydraulisch wie ein Wasserkörper verhalten — auf gleicher Höhe verbunden, ohne Schleuse. Seinen Namen trägt er nach Klein Partwitz am Ostufer, nicht nach dem Tagebau, dessen Restloch er füllt.

Die anderen Blätter

06 / Register

Vier weitere Seen bilden mit dem Partwitzer See den Verbund — jedes Blatt trägt die veröffentlichten Zahlen seines Sees und den Tagebau, aus dem er entstand.

Fläche, Tiefe und Spiegel nach veröffentlichten Kennzahlen
UmrissSeeFlächeMax. TiefeSpiegel
Sedlitzer See

ehem. Tagebau Sedlitz

Mit 13,30 km² die größte Wasserfläche der Kette — und die jüngste: erst 2025 erreichte der See seinen Zielpegel.

13,30 km²27 m101,0 m NHN
Senftenberger See

ehem. Tagebau Niemtsch

Der Älteste. Zwischen 1967 und 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, damals noch als Speicherbecken Niemtsch.

13,00 km²26 m99,0 m NHN
Partwitzer See

ehem. Tagebau Scado

Elf Quadratkilometer über dem ehemaligen Tagebau Scado, seit 2015 auf Endwasserstand — mit 41 m bemerkenswert tief.

11,00 km²41 m101,0 m NHN
Großräschener See

ehem. Tagebau Meuro

Der Tiefste: 55 m hinunter bis zur Sohle des Tagebaus Meuro. Die Flutung begann 2007.

8,20 km²55 m100,0 m NHN
Geierswalder See

ehem. Tagebau Koschen

Der Verkehrsknoten der Kette: seit 2013 über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden. 98 Mio. m³ Wasser.

6,53 km²34 m101,0 m NHN

Fragen

07 / Zum Partwitzer See

Woraus entstand der Partwitzer See?

Aus dem Tagebau Scado. Die Flutung des Restlochs begann 2004 und erreichte 2015 den Endwasserstand von 101,0 Metern NHN.

Warum arbeitet ein Schiff auf dem Partwitzer See?

Der See zeigt Verockerung — eisenhaltiges Wasser aus dem ehemaligen Tagebau. Ein Gewässerbehandlungsschiff arbeitet deshalb auf der Fläche.

Wie lange wurde der Partwitzer See geflutet?

Elf Jahre, von 2004 bis 2015 — der längste veröffentlichte Flutungszeitraum unter den Seen dieser Kette.

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51°31′N 14°08′E