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Blatt SEE / 05 · Tagebau Meuro

Der Großräschener See: 55 Meter hinab zur Sohle des Tagebaus Meuro

Rański jazor · niedersorbisch · Flutung ab 2007

Kein See der Kette reicht tiefer: 55 Meter liegen zwischen dem Spiegel von 100,0 Metern NHN und der Sohle des ehemaligen Tagebaus Meuro. Die Flutung der 8,20 Quadratkilometer begann 2007 — ein veröffentlichtes Abschlussjahr gibt es nicht, und dieses Blatt erfindet keines.

8,20km²
Fläche
55m
Max. Tiefe
100,0NHN
Spiegel
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02 / Tiefe

Der Großräschener See im Querschnitt

0 m−10−20−30−40−50−55SPIEGEL 100,0 M NHNEHEM. TAGEBAUKANTE
Querschnitt · Profilform schematisch, Tiefenskala maßstäblich gegen 55 Meter

Die 55 Meter des Großräschener Sees sind mehr als das Doppelte der Tiefe des Senftenberger Sees. Auf der Tiefenachse dieses Schnitts rücken die 10-Meter-Marken entsprechend enger zusammen — der Maßstab bleibt derselbe, das Becken ist schlicht tiefer.

Ein Volumen ist für diesen See nicht veröffentlicht, deshalb fehlt die Angabe hier — wie überall auf diesen Blättern gilt: was keine Quelle hat, wird nicht gezeichnet.

Der Großräschener See ist auf dem Blatt der Ausreißer in der Tiefe: 55 Meter unter dem Spiegel von 100,0 Metern NHN, doppelt so tief wie der Sedlitzer See, bei 8,20 Quadratkilometern oder 15,8 Prozent der Gesamtfläche. Sein Spiegel liegt einen Meter unter dem der drei Seen im Osten und einen Meter über dem des Senftenberger Sees. Als einziger der fünf hat er auf der Karte keinen fertigen Überleiter: Der Ilse-Kanal zum Sedlitzer See ist im Bau, weshalb das Blatt hier nur die Uferlinie und die Sohlenlinien aus dem Höhengitter von 2000 zeigt. Großräschen liegt am Nordufer, die IBA-Terrassen stehen über der Nordkante des Beckens.

Der Großräschener See entstand aus dem Tagebau Meuro. Für keinen See der Kette ist eine Tiefenkarte veröffentlicht — gezeichnet wird nur, was eine Quelle hat.

Vom Tagebau Meuro zum Großräschener See

03 / Zeitschichten

Über der Nordkante des ehemaligen Tagebaus Meuro stehen seit 2004 die IBA-Terrassen – die Ausstellung zur Bergbaufolgelandschaft, deren Blick über den See den Wandel vom Tagebau zum Wasser am unmittelbarsten zeigt. Der Hafen von Großräschen und die Seebrücke am Ufer folgten, nachdem der Wasserstand die Hafenbecken erreicht hatte; die Anbindung an die Kette über den Ilse-Kanal ist im Bau.

Bis zum 9. September 2011 trug der See den Namen Ilsesee; seither heißt er nach der Stadt an seinem Nordufer Großräschener See — niedersorbisch Rański jazor. Das Restloch, in dem er steht, hinterließ der Tagebau Meuro.

In der Chronik des Verbundes ist er der zweite Eintrag: 2007 begann seine Flutung, fünfunddreißig Jahre nach dem Senftenberger See und sechs Jahre vor dem Geierswalder See. Als einziger der fünf Seen wird er über den Beginn seiner Flutung datiert, nicht über deren Abschluss.

Überleiter

04 / Verbindungen des Großräschener Sees

Für den Großräschener See führt dieses Blatt keinen schiffbaren Überleiter — er ist der einzige der fünf Seen ohne benannte Kanalverbindung im Verbund.

Die Karte zeigt die benannten Kanäle des Verbundes im Umfeld — keiner von ihnen führt an dieses Ufer.

Was 55 Meter Tiefe bedeuten

05 / Lesart der Zahlen

Kein Becken der Kette reicht tiefer. Diese Tiefe bestimmt, wie sich der See verhält — und warum sein Abschlussjahr offen ist.

Fünfundfünfzig Meter sind mehr als das Doppelte der Tiefe des Senftenberger Sees und doppelt so viel wie am Sedlitzer See, bei einer Fläche von 8,20 Quadratkilometern. Tiefe Becken schichten sich im Sommer: Oben liegt eine erwärmte Schicht, unten eine kalte, zwischen ihnen eine Sprungschicht, in der die Temperatur auf wenigen Metern stark abfällt. Das ist eine allgemeine Eigenschaft stehender Gewässer dieser Tiefe und gilt unabhängig davon, welche Messwerte für diesen See veröffentlicht sind.

Zwei Folgen davon sind für Besucher unmittelbar: Das Wasser bleibt unter der Sprungschicht auch im August kalt, und der See braucht im Frühjahr länger als flache Gewässer, um badetaugliche Temperaturen zu erreichen. Für die Wasserwirtschaft ist eine dritte wichtiger: Ein tiefes Becken hält viel Wasser bei geringer Fläche und verliert entsprechend wenig durch Verdunstung — beim Füllen aus einem Fluss ein Vorteil, der die Bilanz der ganzen Kette betrifft.

Zum offenen Abschlussjahr: Die Flutung begann 2007, ein veröffentlichtes Enddatum gibt es nicht, und dieses Blatt setzt keines ein. Das ist keine Lücke in der Recherche, sondern der Stand der Quellen — anders als bei den vier Nachbarn, deren Zielpegel jeweils mit Jahr belegt sind. Auch ein Volumen ist für diesen See nicht publiziert, weshalb die Angabe hier fehlt statt geschätzt zu werden.

Die Tiefe hat ein sichtbares Gegenstück über dem Wasser. Wo ein Becken 55 Meter unter den Spiegel reicht, liegen seine Kanten entsprechend hoch über dem Wasser, und die Böschungen sind lang. Die Nordkante des ehemaligen Tagebaus Meuro, auf der die IBA-Terrassen stehen, ist deshalb kein Aussichtsbauwerk, sondern der stehen gebliebene Rand der Grube — der Blick von dort auf den See ist der Blick aus der Abbaukante ins fertige Restloch.

Dieselbe Geometrie ist der Grund für die abschnittsweisen Freigaben. Lange Böschungen aus geschüttetem Material müssen als standsicher bewertet sein, bevor Wege und Ufer betreten werden dürfen; je höher die Kante, desto aufwendiger der Nachweis. Was auf der Karte als fertige Uferlinie erscheint, ist im Gelände deshalb nicht überall ein zugängliches Ufer. Und als einziger der fünf hat der Großräschener See noch keinen fertigen Überleiter: Der Ilse-Kanal zum Sedlitzer See ist im Bau.

Bis zum 9. September 2011 hieß der See Ilsesee; seither trägt er den Namen der Stadt an seinem Nordufer. Von den fünf Blättern der Kette ist dieses damit das einzige, dessen Gegenstand innerhalb weniger Jahre den Namen gewechselt hat — ein Hinweis darauf, wie jung diese Landschaft und ihre Benennung sind.

Die anderen Blätter

06 / Register

Vier weitere Seen bilden mit dem Großräschener See den Verbund — jedes Blatt trägt die veröffentlichten Zahlen seines Sees und den Tagebau, aus dem er entstand.

Fläche, Tiefe und Spiegel nach veröffentlichten Kennzahlen
UmrissSeeFlächeMax. TiefeSpiegel
Sedlitzer See

ehem. Tagebau Sedlitz

Mit 13,30 km² die größte Wasserfläche der Kette — und die jüngste: erst 2025 erreichte der See seinen Zielpegel.

13,30 km²27 m101,0 m NHN
Senftenberger See

ehem. Tagebau Niemtsch

Der Älteste. Zwischen 1967 und 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, damals noch als Speicherbecken Niemtsch.

13,00 km²26 m99,0 m NHN
Partwitzer See

ehem. Tagebau Scado

Elf Quadratkilometer über dem ehemaligen Tagebau Scado, seit 2015 auf Endwasserstand — mit 41 m bemerkenswert tief.

11,00 km²41 m101,0 m NHN
Großräschener See

ehem. Tagebau Meuro

Der Tiefste: 55 m hinunter bis zur Sohle des Tagebaus Meuro. Die Flutung begann 2007.

8,20 km²55 m100,0 m NHN
Geierswalder See

ehem. Tagebau Koschen

Der Verkehrsknoten der Kette: seit 2013 über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden. 98 Mio. m³ Wasser.

6,53 km²34 m101,0 m NHN

Fragen

07 / Zum Großräschener See

Wie hieß der Großräschener See früher?

Ilsesee — den Namen trug er bis zum 9. September 2011, seither heißt er Großräschener See, niedersorbisch Rański jazor.

Wie tief ist der Großräschener See?

Bis zu 55 Meter unter dem Spiegel von 100,0 Metern NHN — die Sohle des einstigen Tagebaus Meuro und der tiefste Punkt der fünf Seen.

Ist die Flutung des Großräschener Sees abgeschlossen?

Veröffentlicht ist der Beginn der Flutung im Jahr 2007; ein Abschlussjahr ist nicht veröffentlicht, deshalb nennt dieses Blatt keines.

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51°31′N 14°08′E