Lausitz TourismusLausitzer Seenland

Blatt SEE / 01 · Tagebau Sedlitz

Der Sedlitzer See: größte Wasserfläche des Lausitzer Seenlands

Sedlišćański jazor · niedersorbisch · Flutung bis 2025

Mit 13,30 Quadratkilometern trägt der Sedlitzer See gut ein Viertel der gesamten Wasserfläche des Verbundes — und er ist zugleich dessen jüngstes Gewässer: erst 2025 erreichte er seinen Zielpegel, und mit diesem Pegel endete die Flutungsphase der gesamten Seenkette.

13,30km²
Fläche
27m
Max. Tiefe
101,0NHN
Spiegel
← Blatt 01 · Übersichtskarte

02 / Tiefe

Der Sedlitzer See im Querschnitt

0 m−10−20−27SPIEGEL 101,0 M NHNEHEM. TAGEBAUKANTE
Querschnitt · Profilform schematisch, Tiefenskala maßstäblich gegen 27 Meter

Der See steht im Restloch des Tagebaus Sedlitz. Seine Sohle liegt bis zu 27 Meter unter dem Wasserspiegel von 101,0 Metern NHN — für die größte Fläche der Kette ist das vergleichsweise flach: der halb so große Geierswalder See reicht sieben Meter tiefer hinab.

Das SRTM-Höhengitter von 2000 hält den Zwischenzustand fest: damals lag der Grund des Sedlitzer Beckens noch rund 14 Meter unter dem Spiegel, den der See 2025 erreichte — die Karte zeichnet diese gemessenen Sohlenlinien in den Umriss ein.

Im Vergleich der fünf Blätter fällt der Sedlitzer See durch das Verhältnis von Fläche und Tiefe auf: 25,6 Prozent der gesamten Wasserfläche, aber nur 27 Meter größte Tiefe. Der Großräschener See ist mit 8,20 Quadratkilometern kaum mehr als halb so groß und reicht 55 Meter hinab. Seinen Spiegel von 101,0 Metern NHN teilt der See mit dem Geierswalder und dem Partwitzer See; Sornoer und Rosendorfer Kanal verbinden also Wasserflächen gleicher Höhe – eine Stufe, wie sie der Koschener Kanal mit seiner Schleuse überwindet, gibt es an diesen beiden Überleitern nicht. Auf der Karte liegt der See am Nordrand der Kette, Lieske steht am Nordostufer.

Der Sedlitzer See entstand aus dem Tagebau Sedlitz. Für keinen See der Kette ist eine Tiefenkarte veröffentlicht — gezeichnet wird nur, was eine Quelle hat.

Vom Tagebau Sedlitz zum Sedlitzer See

03 / Zeitschichten

Der Tagebau Sedlitz verbrauchte den Ort, dessen Namen der See heute trägt — auf Niedersorbisch Sedlišćański jazor. Wie bei allen fünf Seen der Kette ist der Umriss des Wassers die Restform der Grube: die Eisenlinie auf dem Blatt und das Ufer von heute sind dieselbe Linie.

In der Chronik des Verbundes steht der Sedlitzer See am Schluss: nach dem Senftenberger See (1972), dem Beginn am Großräschener See (2007), dem Geierswalder See (2013) und dem Partwitzer See (2015) erreichte er 2025 als letzter seinen Zielpegel. Achtundfünfzig Jahre nach dem ersten Wasser war die Flutung damit beendet.

Überleiter

04 / Verbindungen des Sedlitzer Sees

Kein See der Kette hat mehr benannte Überleiter: der Sornoer Kanal führt zum Geierswalder See, der Rosendorfer Kanal zum Partwitzer See. Dazu zeichnet das Blatt einen Ableiter — einen Auslauf, der Wasser abführt und deshalb nicht als Überleiter zählt.

  1. Sornoer Kanal

    Führt zum Geierswalder See — 6,53 km², max. 34 m, Spiegel 101,0 m NHN.

  2. Rosendorfer Kanal

    Führt zum Partwitzer See — 11,00 km², max. 41 m, Spiegel 101,0 m NHN.

Was der Zielpegel bedeutet

05 / Lesart der Zahlen

Der Sedlitzer See hat 2025 seinen Zielpegel erreicht. Das ist ein wasserwirtschaftlicher Zustand, kein Datum der Fertigstellung.

Zielpegel heißt: Der Wasserstand, auf den das Becken ausgelegt ist, steht an — hier 101,0 Meter NHN. Erreicht ist damit die Flutung, also das Auffüllen des Restlochs. Was danach folgt, ist Bewirtschaftung: Der Spiegel wird gehalten, Zuläufe und der Ableiter regeln Zufluss und Abgabe, und die Böden der Umgebung bleiben so lange unter Bergaufsicht, bis sie als standsicher gelten. Ein See mit Zielpegel ist deshalb ein volles Becken, nicht zwangsläufig ein zugängliches.

Für den Sedlitzer See fällt dieser Übergang zeitlich mit dem Ende der gesamten Flutungsphase zusammen: Er war der letzte der fünf, der seinen Stand erreichte. Achtundfünfzig Jahre nach dem ersten Wasser im Speicherbecken Niemtsch stehen alle Becken der Kette auf ihrem jeweiligen Sollwert — drei davon, Sedlitzer, Geierswalder und Partwitzer See, auf derselben Höhe von 101,0 Metern.

Die Fläche von 13,30 Quadratkilometern bei einer größten Tiefe von 27 Metern macht den See zum flächengrößten und, im Verhältnis, zum weitesten unter den fünf. Weite Wasserflächen mit geringer Tiefe haben zwei Eigenschaften, die für jedes Standgewässer gelten: Sie bauen bei Wind aus einer Richtung längere Wellen auf, weil die Strecke, über die der Wind angreift, größer ist, und sie erwärmen sich im Sommer schneller als tiefe Becken gleicher Fläche, weil sich die Wärme auf weniger Wasser verteilt. Wer die Zahlen der fünf Blätter nebeneinanderlegt, liest daran ab, welcher See wie reagiert.

Dass zwei seiner Überleiter ohne Schleuse auskommen, hat eine Folge, die über den einzelnen See hinausgeht: Sedlitzer, Geierswalder und Partwitzer See stehen auf derselben Höhe und sind durch Sornoer und Rosendorfer Kanal miteinander kurzgeschlossen. Hydraulisch verhalten sich drei so verbundene Becken wie ein einziger Wasserkörper: Steigt der Stand in einem, fließt Wasser in die anderen nach, bis der Ausgleich wieder erreicht ist. Der Pegel von 101,0 Metern NHN ist deshalb keine Angabe über einen See, sondern über drei.

Für die Karte bedeutet das eine Lesehilfe. Die Kanäle auf dem Blatt sind keine Wege zwischen getrennten Gewässern, sondern die Stellen, an denen der Verbund tatsächlich zusammenhängt. Nur an der einen Stufe zum Senftenberger See hinunter braucht es ein Bauwerk, das den Unterschied hält und überbrückt. Der Ableiter, den das Blatt zusätzlich zeichnet, gehört nicht dazu: Er führt Wasser ab, verbindet aber keine zwei Seen und zählt deshalb nicht als Überleiter.

Für die Chronik heißt das: Der jüngste See der Kette ist zugleich ihr Schlusspunkt. Achtundfünfzig Jahre nach dem ersten Wasser endet mit seinem Zielpegel eine Bauzeit, die länger dauerte als das Berufsleben der Menschen, die sie begonnen haben — und die Bewirtschaftung der Becken beginnt damit erst.

Die anderen Blätter

06 / Register

Vier weitere Seen bilden mit dem Sedlitzer See den Verbund — jedes Blatt trägt die veröffentlichten Zahlen seines Sees und den Tagebau, aus dem er entstand.

Fläche, Tiefe und Spiegel nach veröffentlichten Kennzahlen
UmrissSeeFlächeMax. TiefeSpiegel
Sedlitzer See

ehem. Tagebau Sedlitz

Mit 13,30 km² die größte Wasserfläche der Kette — und die jüngste: erst 2025 erreichte der See seinen Zielpegel.

13,30 km²27 m101,0 m NHN
Senftenberger See

ehem. Tagebau Niemtsch

Der Älteste. Zwischen 1967 und 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, damals noch als Speicherbecken Niemtsch.

13,00 km²26 m99,0 m NHN
Partwitzer See

ehem. Tagebau Scado

Elf Quadratkilometer über dem ehemaligen Tagebau Scado, seit 2015 auf Endwasserstand — mit 41 m bemerkenswert tief.

11,00 km²41 m101,0 m NHN
Großräschener See

ehem. Tagebau Meuro

Der Tiefste: 55 m hinunter bis zur Sohle des Tagebaus Meuro. Die Flutung begann 2007.

8,20 km²55 m100,0 m NHN
Geierswalder See

ehem. Tagebau Koschen

Der Verkehrsknoten der Kette: seit 2013 über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden. 98 Mio. m³ Wasser.

6,53 km²34 m101,0 m NHN

Fragen

07 / Zum Sedlitzer See

Wie groß ist der Sedlitzer See?

Die veröffentlichte Wasserfläche beträgt 13,30 Quadratkilometer — die größte der fünf Seen dieser Kette, vor dem Senftenberger See mit 13,00 km².

Wann wurde der Sedlitzer See fertig geflutet?

2025 erreichte der See seinen Zielpegel von 101,0 Metern NHN. Mit diesem Datum endete die Flutungsphase des gesamten Seenverbundes.

Mit welchen Seen ist der Sedlitzer See verbunden?

Mit dem Geierswalder See über den Sornoer Kanal und mit dem Partwitzer See über den Rosendorfer Kanal.

Lausitz Tourismus · Lausitzer Seenland

51°31′N 14°08′E