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Blatt SEE / 04 · Tagebau Niemtsch

Der Senftenberger See: der älteste See des Lausitzer Seenlands

Złykomorojski jazor · niedersorbisch · Flutung 1967–1972

Vom 15. November 1967 bis November 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, ist der Senftenberger See das älteste Gewässer der Kette — damals noch unter dem Namen Speicherbecken Niemtsch. Heute liegen auf 13,00 Quadratkilometern eine rund 250 Hektar große Insel und sieben Kilometer Strand.

13,00km²
Fläche
26m
Max. Tiefe
99,0NHN
Spiegel
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02 / Tiefe

Der Senftenberger See im Querschnitt

0 m−10−20−26SPIEGEL 99,0 M NHNEHEM. TAGEBAUKANTE
Querschnitt · Profilform schematisch, Tiefenskala maßstäblich gegen 26 Meter

Mit 26 Metern ist der Senftenberger See der flachste der fünf — und mit 99,0 Metern NHN liegt sein Spiegel zwei Meter unter dem der Nachbarseen. Die Schleuse des Koschener Kanals überbrückt genau diese Stufe.

Von den 18 Kilometern Uferlänge sind sieben Kilometer Strand; der erste Abschnitt ging bereits 1973 in Betrieb — ein Jahr nach dem Ende der Flutung.

Mit 13,00 Quadratkilometern und 25,0 Prozent der Gesamtfläche ist der Senftenberger See fast so groß wie der Sedlitzer See, aber der flachste der Kette: 26 Meter größte Tiefe, ein Meter weniger als am Sedlitzer See und weniger als die Hälfte des Großräschener Sees. Sein Spiegel von 99,0 Metern NHN ist der niedrigste der fünf – zwei Meter unter den drei Seen auf 101,0 Metern und ein Meter unter dem Großräschener See. Auf der Karte liegt er als einziger vollständig südlich der Schwarzen Elster, die der Koschener Kanal im Tunnel unterquert; Senftenberg, Niemtsch und Großkoschen stehen an seinem Ufer.

Der Senftenberger See entstand aus dem Tagebau Niemtsch. Für keinen See der Kette ist eine Tiefenkarte veröffentlicht — gezeichnet wird nur, was eine Quelle hat.

Vom Tagebau Niemtsch zum Senftenberger See

03 / Zeitschichten

Der Senftenberger See ist zugleich das Vorbild der Kette: Was hier ab 1973 mit Strand, Campingplatz und Hafen in Großkoschen entstand, wurde an allen jüngeren Seen wiederholt. Sein Uferrundweg von 18 Kilometern ist durchgehend asphaltiert und gilt als eine der längsten Skatestrecken Deutschlands ohne Straßenkreuzung; der Stadthafen Senftenberg am Nordufer ist seit 2013 Ausgangspunkt der Fahrgastschiffe durch den Koschener Kanal.

Der Tagebau Niemtsch verbrauchte den Ort gleichen Namens; der See heißt niedersorbisch Złykomorojski jazor. Als erster des späteren Verbundes wurde er geflutet — fünfunddreißig Jahre bevor am Partwitzer See die nächste veröffentlichte Flutung begann.

Mitten im See liegt eine rund 250 Hektar große Insel. Seit 2013 ist der See über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Geierswalder See verbunden und damit Teil der durchgehenden Seekette.

Überleiter

04 / Verbindungen des Senftenberger Sees

Ein benannter Überleiter: der Koschener Kanal zum Geierswalder See, in Betrieb seit 2013 — rund ein Kilometer lang, teilweise als Schiffstunnel geführt, mit einer Schleuse für die zwei Meter Spiegelunterschied.

  1. Koschener Kanal · seit 2013

    Führt zum Geierswalder See — 6,53 km², max. 34 m, Spiegel 101,0 m NHN.

Der Älteste als Maßstab

05 / Lesart der Zahlen

Am Senftenberger See lässt sich ablesen, was mit einem gefluteten Tagebau in einem halben Jahrhundert geschieht — er ist der einzige der fünf mit dieser Zeitspanne.

Zwischen dem Ende seiner Flutung 1972 und dem Zielpegel des Sedlitzer Sees 2025 liegen dreiundfünfzig Jahre. Der Senftenberger See ist damit der einzige See der Kette, der über eine so lange Reihe beobachtet wurde: Ufer, die sich setzten, Bepflanzung, die aufwuchs, ein Wasserkörper, der seinen Nährstoffhaushalt fand. Alles, was an den jüngeren Seen bevorsteht, ist hier bereits geschehen — weshalb er in Planungen der Region regelmäßig als Referenz auftaucht.

Seine Zahlen zeigen die Folgen dieser Zeit. Von 18 Kilometern Uferlänge sind sieben Kilometer Strand, ein Verhältnis, das kein anderer der fünf erreicht; der erste Abschnitt ging 1973 in Betrieb, ein Jahr nach dem Ende der Flutung. Mit 26 Metern ist der See der flachste der Kette und mit 99,0 Metern NHN der niedrigste im Pegel — zwei Meter unter den drei Seen im Osten, einen unter dem Großräschener See.

Die Insel von rund 250 Hektar ist der zweite Eintrag ohne Gegenstück. Sie ist kein Rest eines Hügels, sondern eine stehen gelassene Kippenfläche innerhalb des Restlochs, und sie nimmt rund ein Fünftel der Seefläche ein. Für den Wasserkörper bedeutet eine Insel dieser Größe zusätzliche Uferlinie und geschützte Flachwasserbereiche — Zonen, wie sie an den anderen vier Seen fehlen.

Ein Speicherbecken ist eine Anlage mit Auftrag: Es nimmt Wasser auf, wenn ein Fluss viel führt, und gibt es ab, wenn er wenig führt. Für die Schwarze Elster hieß das Hochwasserdämpfung im Winter und Stützung des Abflusses im Sommer, dazu Betriebswasser für die Industrie der Region. Baden, Strand und Hafen waren Folgenutzungen, die sich anschlossen, weil das Becken ohnehin da war.

Diese Herkunft erklärt auch die Lage des Pegels. Mit 99,0 Metern NHN liegt der See als einziger der fünf unter der Höhe seiner Nachbarn — ein Speicher wird dort angelegt, wo Wasser von selbst hinfließt und wieder abgegeben werden kann, nicht auf der Höhe der umliegenden Becken. Erst 2013 machte der Koschener Kanal mit seiner Schleuse aus diesem Höhenunterschied eine überwindbare Stufe statt einer Grenze — einundvierzig Jahre nach der Fertigstellung des Sees.

Bemerkenswert ist schließlich, dass der flachste See der Kette den größten Strandanteil hat — und das ist kein Zufall. Flach auslaufende Ufer sind eine Voraussetzung für Badestellen, und wo ein Becken nur 26 Meter tief ist, liegen diese Zonen breiter als an einem Restloch mit steilen Böschungen. Fläche und Nutzbarkeit sind an einem See deshalb zwei verschiedene Größen, und die Zahlen des Registers zeigen beide.

Die anderen Blätter

06 / Register

Vier weitere Seen bilden mit dem Senftenberger See den Verbund — jedes Blatt trägt die veröffentlichten Zahlen seines Sees und den Tagebau, aus dem er entstand.

Fläche, Tiefe und Spiegel nach veröffentlichten Kennzahlen
UmrissSeeFlächeMax. TiefeSpiegel
Sedlitzer See

ehem. Tagebau Sedlitz

Mit 13,30 km² die größte Wasserfläche der Kette — und die jüngste: erst 2025 erreichte der See seinen Zielpegel.

13,30 km²27 m101,0 m NHN
Senftenberger See

ehem. Tagebau Niemtsch

Der Älteste. Zwischen 1967 und 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt, damals noch als Speicherbecken Niemtsch.

13,00 km²26 m99,0 m NHN
Partwitzer See

ehem. Tagebau Scado

Elf Quadratkilometer über dem ehemaligen Tagebau Scado, seit 2015 auf Endwasserstand — mit 41 m bemerkenswert tief.

11,00 km²41 m101,0 m NHN
Großräschener See

ehem. Tagebau Meuro

Der Tiefste: 55 m hinunter bis zur Sohle des Tagebaus Meuro. Die Flutung begann 2007.

8,20 km²55 m100,0 m NHN
Geierswalder See

ehem. Tagebau Koschen

Der Verkehrsknoten der Kette: seit 2013 über den Koschener Kanal schiffbar mit dem Senftenberger See verbunden. 98 Mio. m³ Wasser.

6,53 km²34 m101,0 m NHN

Fragen

07 / Zum Senftenberger See

Gibt es am Senftenberger See einen Strand?

Ja — sieben der 18 Kilometer Uferlänge sind Strand. Der erste Abschnitt ging 1973 in Betrieb, ein Jahr nach dem Ende der Flutung.

Warum hieß der See Speicherbecken Niemtsch?

Unter diesem Namen wurde das Restloch des Tagebaus Niemtsch von November 1967 bis November 1972 aus der Schwarzen Elster gefüllt; der heutige Name kam später.

Wie groß ist die Insel im Senftenberger See?

Rund 250 Hektar — sie liegt mitten in der 13,00 km² großen Wasserfläche.

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51°31′N 14°08′E