Radreisen · Froschradweg
Der Froschradweg – Rundkurs durch Heide, Teiche und Hoyerswerda
Der Froschradweg ist der Rundkurs des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Er verbindet Hoyerswerda, Wittichenau, Kamenz, Königswartha und Niesky, führt an über 300 Teichen vorbei und berührt am Westrand das Lausitzer Seenland.
- 260km
- Rundkurs (gerundet)
- 300+
- Teiche im Biosphärenreservat
- 1996
- UNESCO-Anerkennung des Reservats
Die Landschaft zwischen Spree und Schwarzer Elster
Zwischen Hoyerswerda im Westen und Niesky im Osten erstreckt sich die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Seit dem Mittelalter wurden hier Fischteiche angelegt; heute sind es mehr als 300, verbunden durch Gräben und getrennt durch Kiefernwälder, Dünen und Heide. Die UNESCO erkannte das Gebiet 1996 als Biosphärenreservat an – das einzige in Sachsen. Der Froschradweg erschließt es auf einem Rundkurs von rund 260 Kilometern.
Der Weg verläuft überwiegend auf Wald- und Wirtschaftswegen abseits des Autoverkehrs. Er quert Teichgruppen auf schmalen Dämmen, führt durch Dörfer mit sorbischen Namen und berührt Städte, die jeweils einen eigenen Charakter haben: Hoyerswerda als Stadt des Bergbaus und der Neustadt, Kamenz als Geburtsstadt Lessings, Wittichenau als Zentrum der katholischen Sorben, Niesky als Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine.
Verlauf und Etappen
| Etappe | Abschnitt | ca. km | Landschaft |
|---|---|---|---|
| 1 | Hoyerswerda – Wittichenau – Kamenz | 55 | Elsteraue, Dubringer Moor, Kamenzer Hügel |
| 2 | Kamenz – Königswartha | 40 | Teichgruppen bei Deutschbaselitz, Wartha |
| 3 | Königswartha – Niesky | 60 | Kernzone des Reservats, Guttau, Kreba |
| 4 | Niesky – Lohsa | 50 | Rietschen, Wolfsgebiet, Bärwalder See |
| 5 | Lohsa – Hoyerswerda | 40 | Silbersee, Knappensee, Scheibe-See |
Die Etappen 4 und 5 führen bereits durch die Bergbaufolgelandschaft: Bärwalder See, Silbersee und Knappensee sind geflutete Tagebaue, die den Übergang zum Lausitzer Seenland markieren.
Hoyerswerda
Hoyerswerda ist mit rund 30.000 Einwohnern die größte Stadt am Froschradweg. Die Altstadt mit Schloss, Markt und Johanneskirche liegt an der Schwarzen Elster; die Neustadt entstand ab 1957 als Wohnstadt für das Kombinat Schwarze Pumpe und war zeitweise die Stadt mit dem höchsten Plattenbauanteil der DDR. Für Radreisende ist Hoyerswerda der praktische Knoten: Bahnhof, Unterkünfte, Fahrradwerkstätten und der Anschluss zur Seenland-Route liegen hier. Die Lausitzer Seenland-Kette – Geierswalder, Partwitzer und Senftenberger See – ist über den Radweg nach Geierswalde in zehn Kilometern erreicht.
Das Dubringer Moor und die Teiche
Zwischen Hoyerswerda und Wittichenau liegt das Dubringer Moor, eines der größten Moorgebiete Sachsens und Kernzone des Biosphärenreservats. Der Radweg umrundet es auf dem Nordrand; Beobachtungsstände erlauben den Blick auf Kraniche, Seeadler und, im Frühjahr, auf die Balz der Rotbauchunke. Weiter östlich, bei Königswartha und Guttau, liegen die großen Teichgruppen, in denen seit dem 13. Jahrhundert Karpfen gezüchtet werden. Im Oktober werden die Teiche abgefischt; die Lausitzer Fischwochen mit Karpfenessen in den Dorfgasthöfen sind ein Reisegrund für sich.
Wegequalität und Beschilderung
Der Froschradweg ist eben – der höchste Punkt liegt bei Kamenz auf etwa 200 Metern – und überwiegend auf wassergebundenen Wegen und Asphalt geführt. In den Kiefernwäldern zwischen Niesky und Lohsa gibt es sandige Passagen, die nach Trockenperioden weich werden. Die Beschilderung zeigt einen grünen Frosch auf weißem Grund. An den Kreuzungen mit der Seenland-Route bei Lohsa und Hoyerswerda sowie mit dem Spreeradweg bei Uhyst ist auf das Logo zu achten.
Anreise
Hoyerswerda, Kamenz und Niesky haben Bahnanschluss; Hoyerswerda ist aus Dresden in etwa eineinhalb Stunden erreichbar. Als Rundkurs eignet sich der Weg für eine Anreise mit dem Auto; Mehrtagesparkplätze gibt es in Hoyerswerda am Bahnhof und am Lausitzbad.
Kamenz und Wittichenau
Kamenz ist die Geburtsstadt Gotthold Ephraim Lessings; das Lessing-Museum und die Hauptkirche St. Marien mit ihren spätgotischen Altären liegen am Weg durch die Altstadt. Der Hutberg über der Stadt ist im Mai für seine Rhododendronblüte bekannt. Wittichenau, zwanzig Kilometer östlich, ist die kleinste der katholischen Sorbenstädte; am Ostersonntag ziehen von hier die Osterreiter nach Ralbitz. Zwischen beiden Orten liegt das Dubringer Moor, dessen Nordrand der Radweg auf einem Damm folgt. Wer die Etappe teilt, findet in Wittichenau Pensionen und einen Gasthof mit sorbischer Küche.
Vögel und Beobachtungsstände
Der Froschradweg ist unter den Lausitzer Wegen der mit dem größten Naturwert, und das ist an den Beobachtungsständen ablesbar. An mehreren Teichgruppen – bei Guttau, Kreba und im Dubringer Moor – stehen Türme und Schirme, von denen aus sich die Wasserflächen einsehen lassen, ohne die Tiere zu stören. Ein Fernglas ist deshalb sinnvolleres Gepäck als ein zweiter Ersatzschlauch.
Der Kalender ist klar gegliedert. Im März und April ziehen Kraniche durch, im April und Mai rufen die Rotbauchunken aus den Flachwasserzonen, im Sommer sind Seeadler und Fischadler über den Teichen zu sehen, und im Oktober fallen die durchziehenden Gänse ein. Die Kernzonen des Biosphärenreservats dürfen nur auf den ausgewiesenen Wegen befahren werden; die Karten der Reservatsverwaltung zeigen, welche Dämme offen und welche gesperrt sind, und diese Regelung ist verbindlich, nicht empfehlend.
Fischwirtschaft verstehen
Wer im Oktober fährt, fährt durch eine Landschaft, in der gearbeitet wird. Die Teiche werden abgefischt: Das Wasser wird über Mönche abgelassen, die Fische im Fanggraben gesammelt, sortiert und in Bottichen abtransportiert. Diese Wirtschaft ist der Grund, weshalb die Teiche überhaupt existieren – sie sind seit dem 13. Jahrhundert angelegte Betriebsanlagen, und ihre Bewirtschaftung erhält die Lebensräume, die das Reservat schützt.
Für Radreisende hat das drei praktische Folgen. Erstens sind einzelne Dämme während des Abfischens für Fahrzeuge belegt; ein Umweg von wenigen Hundert Metern ist üblich. Zweitens ist Karpfen dann in jedem Gasthof frisch zu haben, oft in mehreren Zubereitungen. Drittens sind abgelassene Teiche kein Zeichen von Trockenheit, sondern der normale Betriebszustand des Herbstes – im Frühjahr stehen sie wieder voll.
Häufige Fragen
Woher kommt der Name Froschradweg?
Von der Teichlandschaft, die er durchquert. Die über 300 Fischteiche des Biosphärenreservats sind Lebensraum für Frösche, Kröten und Unken; der Rotbauchunken-Ruf ist im Frühjahr das akustische Kennzeichen der Region.
Ist Hoyerswerda ein guter Startpunkt?
Ja. Hoyerswerda hat Bahnanschluss aus Dresden, Cottbus und Görlitz, liegt am Westrand des Rundkurses und ist zugleich das Tor zum Lausitzer Seenland. Von hier sind Senftenberger und Geierswalder See in einer Tagestour erreichbar.
Gibt es eine Radwegekarte für die Oberlausitz?
Regionale Radwegekarten im Maßstab 1:75.000 zeigen den Froschradweg vollständig, einschließlich der Verbindungen zur Seenland-Route und zum Spreeradweg. GPX-Daten sind kostenfrei verfügbar.