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Radreisen · Fürst-Pückler-Weg

Der Fürst-Pückler-Weg: 500 Kilometer zwischen Parks und Tagebauen

Der Fürst-Pückler-Weg ist der große Rundkurs der Niederlausitz. Er verbindet die beiden Landschaftsparks des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau in Branitz und Bad Muskau, führt durch den Spreewald, das Lausitzer Seenland und entlang der Braunkohletagebaue, die die Region bis heute prägen.

500km
Rundkurs (gerundet)
2
Pückler-Parks (Branitz, Muskau)
1785–1871
Lebensdaten des Fürsten

Der Rundkurs der Niederlausitz

Der Fürst-Pückler-Weg umrundet die Niederlausitz auf rund 500 Kilometern. Namensgeber ist Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der zwei der bedeutendsten Landschaftsparks Europas anlegte: den Muskauer Park an der Neiße, heute UNESCO-Welterbe, und den Branitzer Park in Cottbus, in dem er 1871 in einer Erdpyramide beigesetzt wurde. Der Weg verbindet beide Parks und führt dabei durch alle Landschaftstypen der Niederlausitz: den Spreewald, die Kiefernheiden, die Bergbaufolgeseen des Seenlands und die aktiven Tagebaue mit ihren Förderbrücken.

Der Weg hat keinen festen Startpunkt. Cottbus, mit Bahnanschluss aus Berlin, Dresden und Leipzig, ist der übliche Ausgangspunkt.

Etappen

EtappeAbschnittca. kmCharakter
1Cottbus – Peitz – Jänschwalde – Guben55Peitzer Teiche, Tagebau Jänschwalde
2Guben – Forst – Bad Muskau70Neißeaue, Rosengarten Forst, Muskauer Park
3Bad Muskau – Weißwasser – Spremberg60Muskauer Heide, Waldeisenbahn, Talsperre
4Spremberg – Welzow – Senftenberg60Tagebau Welzow-Süd, Seenland-Anschluss
5Senftenberg – Großräschen – Calau55Seenkette, IBA-Terrassen, Calauer Schweiz
6Calau – Lübbenau – Burg55Spreewald, Kahnfahrt
7Burg – Cottbus35Spreeaue, Branitzer Park

Die Etappen 4 und 5 überschneiden sich mit der Seenland-Route; wer beide Wege kombiniert, kann die Seenkette in Tagesschleifen erkunden und danach den großen Kurs fortsetzen.

Die beiden Parks

Der Muskauer Park entstand ab 1815 als Pücklers erstes großes Werk. Auf über 800 Hektar gestaltete er das Neißetal zu einem Landschaftsbild aus Wiesen, Baumgruppen, Sichtachsen und Wasserläufen. Der Park liegt heute zu zwei Dritteln auf polnischer Seite; die Brücken über die Neiße verbinden beide Teile. Seit 2004 ist er UNESCO-Welterbe.

Den Branitzer Park in Cottbus legte Pückler ab 1846 an, nachdem er Muskau aus finanziellen Gründen verkaufen musste. Auf ebenem Gelände schuf er künstliche Hügel, Seen und die beiden Erdpyramiden, in deren größerer – der Seepyramide – er begraben liegt. Der Park ist kleiner als Muskau, aber vollständig erhalten und liegt direkt am Fürst-Pückler-Weg.

Bergbaulandschaft am Weg

Zwischen Spremberg und Senftenberg führt der Weg entlang des Tagebaus Welzow-Süd, eines der letzten aktiven Braunkohletagebaue der Lausitz. Aussichtspunkte am Tagebaurand erlauben den Blick auf die Abbaukante, die Förderbrücke und die Rekultivierungsflächen. Weiter nördlich, bei Peitz, liegt der Tagebau Jänschwalde, der 2023 den Abbau beendet hat; hier beginnt die Umgestaltung zur Seenlandschaft, die im Seenland um Senftenberg bereits abgeschlossen ist.

Diese Abfolge – aktiver Tagebau, auslaufender Tagebau, gefluteter Tagebau – ist die Besonderheit des Fürst-Pückler-Wegs. Auf keinem anderen Radweg lässt sich der gesamte Zyklus der Bergbaulandschaft in einer Reise erfahren.

Wegequalität und Beschilderung

Der Fürst-Pückler-Weg ist überwiegend asphaltiert und führt auf Radwegen, Wirtschaftswegen und wenig befahrenen Landstraßen. Steigungen gibt es in der Calauer Schweiz und in der Muskauer Heide, beide kurz. Sandige Abschnitte kommen in der Heide zwischen Bad Muskau und Weißwasser vor. Die Beschilderung zeigt ein stilisiertes Pückler-Porträt in Grün auf weißem Grund.

Anreise

Cottbus ist der günstigste Startpunkt mit Fernbahnanschluss. Bad Muskau, Spremberg, Senftenberg und Lübbenau haben Regionalbahnhöfe, sodass jede Etappe einzeln erreichbar ist und Teilstrecken als Streckentouren gefahren werden können.

Spreewald und Calauer Schweiz

Zwischen Senftenberg und Cottbus verlässt der Weg die Bergbauregion. Die Calauer Schweiz ist ein bewaldeter Endmoränenzug mit den einzigen nennenswerten Steigungen der Niederlausitz; Aussichtspunkte blicken nach Norden auf den Spreewald. Dort wechselt der Charakter vollständig: Der Weg läuft auf Dämmen zwischen den Fließen, Kähne ersetzen in Lehde und Leipe den Autoverkehr, und die Gasthöfe servieren Gurken, Leinöl mit Quark und Kartoffeln. Von Burg nach Cottbus folgt der Weg der Spree; der Branitzer Park mit der Seepyramide, Pücklers Grab, schließt den Kreis.

Wer Pückler war

Der Namensgeber erklärt, warum dieser Rundkurs anders zusammengesetzt ist als die übrigen Wege der Region. Hermann von Pückler-Muskau, 1785 geboren, war Standesherr, Reiseschriftsteller und vor allem Gartengestalter. Nach mehreren Reisen nach England, wo er die dortigen Landschaftsgärten studierte, begann er 1815 in Muskau ein Werk, das er selbst als Malerei mit Wiesen, Wasser und Bäumen beschrieb. 1834 fasste er seine Grundsätze in den „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei” zusammen, einem Buch, das die Gartenkunst des 19. Jahrhunderts in ganz Europa beeinflusste.

Muskau musste er 1845 verkaufen, weil die Kosten seine Mittel überstiegen; mit dem Erlös legte er in Branitz bei Cottbus einen zweiten Park an, kleiner, aber vollendet. Wer den Radweg fährt, sieht diese Biografie in umgekehrter Reihenfolge – und dazwischen die Landschaft, die im Jahrhundert nach seinem Tod von Tagebauen umgeformt wurde.

Den Rundkurs planen

Als Rundkurs lässt sich der Weg an jeder Bahnstation beginnen und in beliebiger Richtung fahren. Für die Fahrtrichtung sprechen zwei Argumente: Gegen den Uhrzeigersinn liegen die Bergbaustationen im ersten Drittel und der Spreewald am Ende, was für Gruppen mit unterschiedlichen Interessen die verträglichere Reihenfolge ist. Im Uhrzeigersinn beginnt die Reise mit dem Spreewald, dessen Unterkünfte am schwersten zu bekommen sind – wer dort startet, bucht die erste Nacht früh.

Wer nicht die vollen 500 Kilometer fahren will, teilt den Kurs an den Bahnhöfen. Cottbus bis Bad Muskau und zurück per Regionalbahn ergibt eine Reise von zwei bis drei Tagen mit beiden Parks. Senftenberg bis Lübbenau verbindet Seenland und Spreewald in zwei Tagen. Die Abschnitte am Tagebau Welzow-Süd und in der Muskauer Heide sind die einsamsten; hier liegen zwischen den Orten zwanzig Kilometer ohne Einkehr, was bei der Verpflegung zu berücksichtigen ist.

Häufige Fragen

Wer war Fürst Pückler?

Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) war Landschaftsgestalter, Schriftsteller und Weltreisender. Er schuf die Parks in Bad Muskau und Branitz, die zu den bedeutendsten Landschaftsgärten Europas zählen. Das nach ihm benannte Eis trägt seinen Namen erst seit dem 19. Jahrhundert – ein Hofkoch soll es ihm gewidmet haben.

Wie lange braucht man für den ganzen Fürst-Pückler-Weg?

Für den gesamten Rundkurs sind acht bis zehn Tagesetappen üblich. Viele Radreisende fahren nur einen Abschnitt, etwa Cottbus–Bad Muskau–Spremberg oder die Schleife durch das Seenland.

Kann man die Tagebaue vom Weg aus sehen?

Ja. Der Weg führt an Aussichtspunkten am Tagebau Welzow-Süd und am Tagebau Jänschwalde vorbei. Von dort blicken Besucher auf aktive Abbaukanten mit Förderbrücken und Baggern.

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51°31′N 14°08′E