Radreisen · Rundreise
Die Große Lausitzrundfahrt – acht Tage durch die ganze Lausitz
Die Große Lausitzrundfahrt ist eine Kombination bestehender Fernradwege zu einer Rundreise, die alle Teillandschaften der Lausitz berührt – Spreewald, Seenland, Heide, Neißetal, die Sechsstädte und das Bergland. Rund 480 Kilometer in acht Etappen, Start und Ziel in Cottbus.
- 480km
- Rundreise (gerundet)
- 8
- Tagesetappen
- 5
- Fernradwege kombiniert
Die ganze Lausitz in einer Woche
Die Lausitz ist keine Verwaltungseinheit, sondern eine historische Landschaft, die sich über Brandenburg, Sachsen und Teile Polens erstreckt. Ihre Teile sind sehr verschieden: der wasserreiche Spreewald im Norden, die Bergbaufolgelandschaft im Zentrum, die Kiefernheiden im Osten, die Städte des Sechsstädtebunds und das Bergland im Süden. Die Große Lausitzrundfahrt verbindet diese Teile zu einer Rundreise von rund 480 Kilometern, die in acht Tagen gefahren wird. Sie nutzt Abschnitte von fünf Fernradwegen und beginnt und endet in Cottbus.
Die acht Etappen
| Tag | Von – nach | ca. km | Radweg | Höhepunkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Cottbus – Burg – Lübbenau | 55 | Gurkenradweg | Branitzer Park, Spreewald, Lehde |
| 2 | Lübbenau – Calau – Großräschen | 55 | Fürst-Pückler-Weg | Landrücken, IBA-Terrassen |
| 3 | Großräschen – Senftenberg – Geierswalde | 50 | Seenland-Route | Seenkette, Koschener Kanal, schwimmende Häuser |
| 4 | Geierswalde – Hoyerswerda – Bautzen | 65 | Froschradweg / Spreeradweg | Teichlandschaft, Bautzener Altstadt |
| 5 | Bautzen – Löbau – Görlitz | 65 | Via Regia (Regionalrouten) | Löbauer Berg, Görlitzer Altstadt |
| 6 | Görlitz – Rothenburg – Bad Muskau | 55 | Oder-Neiße-Radweg | Neißeaue, Muskauer Park |
| 7 | Bad Muskau – Weißwasser – Spremberg | 60 | Fürst-Pückler-Weg | Muskauer Heide, Talsperre |
| 8 | Spremberg – Cottbus | 45 | Spreeradweg | Spreeaue, Tagebau Welzow-Süd (Abstecher) |
Die Höhepunkte im Verlauf
Die Reise beginnt im Spreewald, dem Binnendelta der Spree, mit Kahnfahrt in Lübbenau oder Lehde. Der zweite Tag überquert den Niederlausitzer Landrücken und erreicht das Lausitzer Seenland, wo die IBA-Terrassen in Großräschen den Wandel vom Tagebau zum See erklären. Tag drei folgt der Seenkette über Senftenberg zum Hafen Geierswalde mit den schwimmenden Häusern.
Am vierten Tag verlässt die Route das Seenland durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und erreicht Bautzen, die tausendjährige Stadt über der Spree und das Zentrum der sorbischen Kultur. Tag fünf ist der anspruchsvollste: Über den Löbauer Berg mit seinem gusseisernen Aussichtsturm geht es entlang der alten Via Regia nach Görlitz, dessen Altstadt mit über 4.000 Denkmalen den Krieg unzerstört überstand.
Der sechste Tag folgt der Neiße nach Norden zum Muskauer Park, Pücklers UNESCO-Welterbe. Der siebte durchquert die Muskauer Heide – Kiefernwald, Dünen, Wolfsgebiet – nach Spremberg; der letzte Tag führt die Spree abwärts zurück nach Cottbus, mit einem möglichen Abstecher zu den Aussichtspunkten am Tagebau Welzow-Süd.
Anspruch und Wegequalität
Die Niederlausitzer Tage (1–3, 7–8) sind eben. Die Oberlausitzer Tage (4–6) bringen Höhenmeter: der Anstieg nach Bautzen, der Löbauer Berg, das Bergland um Reichenbach. Keine Steigung ist lang, aber die Summe macht die Tage 4 und 5 zu den fordernden. Die Wege sind überwiegend asphaltiert; Plattenwege im Spreewald und Sandpassagen in der Muskauer Heide sind die Ausnahmen.
Planung
Cottbus ist mit Fernbahn erreichbar. Alle Etappenziele haben Bahnhöfe, sodass die Rundfahrt in zwei Wochenenden – Niederlausitz (Tage 1–3, 7–8) und Oberlausitz (Tage 4–6) – geteilt werden kann. Unterkünfte sind in jeder Etappenstadt vorhanden; in Görlitz und Bautzen lohnt eine zweite Nacht für die Besichtigung.
Warum Cottbus als Start
Cottbus ist die größte Stadt der Niederlausitz und hat als einzige Stadt am Kurs Fernbahnanschluss aus Berlin, Dresden und Leipzig ohne Umstieg. Die Stadt liegt außerdem am Schnittpunkt von Spreeradweg, Gurkenradweg und Fürst-Pückler-Weg, sodass die erste und die letzte Etappe auf ausgeschilderten Wegen beginnen und enden. Wer aus Sachsen anreist, kann die Rundfahrt ebenso in Bautzen oder Görlitz beginnen; die Etappenfolge bleibt gleich, nur die Reihenfolge verschiebt sich. Für die Rückreise nach der letzten Etappe stehen in Cottbus abendliche Verbindungen in alle drei Richtungen zur Verfügung.
Gepäck und Übernachtung
Als Rundreise mit Ortswechsel jeden Tag wird das Gepäck mitgeführt oder tageweise transportiert. Gepäcktransport-Anbieter arbeiten entlang des Spreeradwegs und im Seenland; für die Oberlausitzer Etappen ist das Angebot dünner, hier sind Packtaschen die verlässlichere Wahl. Unterkünfte gibt es an jedem Etappenziel; in Görlitz, Bautzen und im Spreewald sollte in der Hauptsaison vorgebucht werden.
Fahrradwerkstätten gibt es in allen Etappenstädten; die längsten Abschnitte ohne Ort liegen in der Muskauer Heide und zwischen Geierswalde und Bautzen.
Die Rundfahrt kürzen oder verlängern
Acht Etappen sind ein Vorschlag, kein Korsett. Wer weniger Zeit hat, streicht am sinnvollsten im Süden: Der Abschnitt durch das Bergland und das Zittauer Gebirge ist der anstrengendste und mit der Bahn zwischen Görlitz, Löbau und Bautzen gut zu überbrücken. Das ergibt eine Rundfahrt von sechs Tagen, die Spreewald, Seenland, Heide und Neißetal enthält und die Höhenmeter auslässt.
Verlängern lässt sich in die andere Richtung: Ruhetage in Bad Muskau mit dem Park, in Görlitz mit der Altstadt und am Senftenberger See mit dem Wasser. Zehn Tage sind das komfortable Maß für alle, die nicht jeden Abend weiterziehen wollen. Für die Verlängerung sprechen auch die Öffnungszeiten – Museen, Klöster und der Muskauer Park lassen sich nur an Werktagen und in der Saison vollständig sehen, was mit einem knappen Etappenplan kollidiert.
Unterkünfte auf der Runde
Die Unterkunftsdichte ist auf der Rundfahrt sehr unterschiedlich, und das gehört in die Planung. Im Spreewald, in Görlitz, in Bad Muskau und am Senftenberger See ist das Angebot groß, in der Saison aber früh gebucht. Zwischen Weißwasser und Hoyerswerda sowie im Bergland zwischen Löbau und Zittau ist es dünn; dort entscheidet ein einzelnes Haus über die Etappenlänge.
Zwei Regeln haben sich bewährt. Erstens: die knappen Nächte zuerst buchen und die Etappen darum herum legen, nicht umgekehrt. Zweitens: in den dünn besetzten Abschnitten telefonisch anfragen statt über Portale, weil Pensionen und Gasthöfe mit wenigen Zimmern oft nicht online buchbar sind. Campingplätze gibt es an den Seen und im Spreewald, in der Heide dagegen kaum – wer mit Zelt reist, plant diese Abschnitte länger.
Häufige Fragen
Ist die Große Lausitzrundfahrt ein ausgeschilderter Radweg?
Nein. Sie ist eine Reiseroute, die Abschnitte des Spreeradwegs, Gurkenradwegs, Fürst-Pückler-Wegs, Oder-Neiße-Radwegs und der Seenland-Route verbindet. Unterwegs folgt man jeweils der Beschilderung des aktuellen Fernradwegs.
Für wen eignet sich die Rundfahrt?
Für Radreisende mit Erfahrung auf Mehrtagestouren. Die Etappen liegen bei 50 bis 70 Kilometern; die Oberlausitzer Tage sind wellig. Familien mit Kindern fahren besser einen der kürzeren Rundkurse wie Gurken- oder Froschradweg.
Kann man die Rundfahrt abkürzen?
Ja. Jedes Etappenziel hat Bahnanschluss, sodass die Reise an jedem Tag beendet oder in zwei Hälften – Niederlausitz und Oberlausitz – aufgeteilt werden kann.