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Radreisen · Streckenreise

Vom Brandenburger Tor bis zur Frauenkirche mit dem Rad

Zwischen den zwei bekanntesten Bauwerken Berlins und Dresdens liegen rund 330 Radkilometer – und die ganze Lausitz. Die Streckenreise verbindet Spreeradweg, Gurkenradweg, Seenland-Route und den Elberadweg zu einer Woche durch Spreewald, Seenland und Oberlausitz.

330km
Gesamtstrecke (gerundet)
6–7
Tagesetappen
4
genutzte Fernradwege

Die Idee

Berlin und Dresden liegen 190 Kilometer Luftlinie auseinander. Wer die Strecke mit dem Rad fährt, hat die Wahl zwischen der kurzen Linie durch die Kiefernwälder des Flämings und einem Bogen nach Osten durch die Lausitz. Der Bogen ist rund 330 Kilometer lang und nutzt vier Fernradwege: den Spreeradweg von Berlin in den Spreewald, den Gurkenradweg im Spreewald, die Seenland-Route um die Tagebaufolgeseen und schließlich Regionalrouten und den Elberadweg nach Dresden. Start ist das Brandenburger Tor, Ziel die Frauenkirche – zwei Bauwerke, die beide zerstört waren und wiederaufgebaut wurden.

Etappen

EtappeVon – nachca. kmRadwegCharakter
1Berlin (Brandenburger Tor) – Erkner – Fürstenwalde60SpreeradwegStadt, Müggelsee, Spreeaue
2Fürstenwalde – Beeskow – Lübben65SpreeradwegWälder, Unterspreewald
3Lübben – Lübbenau – Burg45GurkenradwegSpreewald, Fließe, Kahnfahrt
4Burg – Calau – Großräschen55Fürst-Pückler-WegNiederlausitzer Landrücken
5Großräschen – Senftenberg – Ruhland50Seenland-RouteSeenkette, Stadthafen
6Ruhland – Königsbrück – Dresden (Frauenkirche)60RegionalroutenKönigsbrücker Heide, Dresdner Heide

Wer den Spreewald ausführlicher erleben oder im Seenland baden möchte, plant einen siebten Tag ein.

Die Landschaften nacheinander

Die ersten beiden Tage folgen der Spree aus Berlin heraus. Nach dem Müggelsee wird das Tal ländlich, die Spree schlängelt sich durch Wiesen und Erlenwälder, und hinter Beeskow beginnt der Unterspreewald mit seinen ersten Fließen. In Lübben wechselt die Reise auf den Gurkenradweg: Der Oberspreewald mit Lübbenau, Lehde und Burg ist ein Binnendelta, in dem Radwege auf Dämmen zwischen Wasserläufen verlaufen und Kähne die Dörfer bedienen.

Ab Burg steigt der Weg auf den Niederlausitzer Landrücken – die einzige spürbare Erhebung der ersten Hälfte – und erreicht bei Großräschen das Lausitzer Seenland. Die IBA-Terrassen am Großräschener See erklären, wie aus dem Tagebau Meuro ein See wurde. Die Seenland-Route führt weiter um den Sedlitzer See, dessen Flutung 2025 abgeschlossen wurde, nach Senftenberg mit Stadthafen und Schloss.

Der letzte Tag verlässt das Seenland nach Süden. Über Ruhland und die Königsbrücker Heide – ein ehemaliger Truppenübungsplatz, heute Wildnisgebiet – erreicht der Weg die Dresdner Heide und fällt zur Elbe ab.

Bahn und Gepäck

Beide Enden haben Fernbahnanschluss; die Rückfahrt Dresden–Berlin dauert mit dem Regionalexpress etwa zwei Stunden. Weil die Reise ein Streckenweg ist, wird Gepäck in Packtaschen mitgeführt oder tageweise von Unterkunft zu Unterkunft transportiert; Anbieter für Gepäcktransport gibt es entlang des Spreeradwegs und im Seenland. Unterkünfte liegen an jedem Etappenziel; im Spreewald und am Senftenberger See sollte im Sommer vorgebucht werden.

Wegequalität

Die Strecke ist überwiegend asphaltiert. Plattenwege kommen im Spreewald vor, sandige Abschnitte in der Königsbrücker Heide. Steigungen konzentrieren sich auf den Landrücken bei Calau und die Dresdner Heide; keine ist länger als zwei Kilometer.

Königsbrücker Heide und Dresdner Heide

Der letzte Tag führt durch zwei Heidegebiete, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Königsbrücker Heide war bis 1992 Truppenübungsplatz; seit dem Abzug der Armee entwickelt sich das Gebiet ohne menschlichen Eingriff zur Wildnis, mit offenen Sandflächen, jungen Birkenwäldern und wiederkehrenden Wölfen. Der Radweg umrundet das Kerngebiet auf ehemaligen Panzerstraßen. Die Dresdner Heide dagegen ist seit dem Mittelalter Stadtwald; ihre Wege sind mit historischen Zeichen an den Bäumen markiert, die schon auf Karten des 18. Jahrhunderts eingetragen sind. Von der Heide fällt der Weg über den Weißen Hirsch zur Elbe ab; die Frauenkirche ist von der Augustusbrücke aus zu sehen.

Wer in Dresden ankommt, sollte für die Altstadt einen zusätzlichen Tag einplanen: Frauenkirche, Zwinger, Residenzschloss und Semperoper liegen auf einem Quadratkilometer, und der Elberadweg führt am Terrassenufer direkt daran vorbei.

Städte am Anfang und am Ende

Die Reise beginnt und endet an Orten, die mit dem Rad schwer zu fassen sind, und beides lässt sich planen. In Berlin führt der Weg vom Brandenburger Tor durch den Tiergarten und entlang der Spree nach Südosten; die ersten zwanzig Kilometer sind Stadtverkehr mit Radwegen unterschiedlicher Qualität, weshalb ein früher Start am Wochenende die entspannteste Variante ist. Wer die Stadt überspringen möchte, setzt mit der Regionalbahn nach Königs Wusterhausen über und beginnt dort.

In Dresden endet die Strecke am Elberadweg, der auf beiden Seiten der Elbe in die Altstadt führt. Die letzten Kilometer sind flach und asphaltiert, aber im Sommer voll – der Elberadweg ist einer der meistbefahrenen Radwege Deutschlands. Ein Zimmer in der Neustadt oder in Pieschen liegt näher am Radweg als die Altstadt und ist einfacher zu erreichen.

Wenn die Woche knapp wird

Nicht jede Reise hat sieben Tage, und die Strecke lässt sich an zwei Stellen sinnvoll teilen. Die erste Hälfte, Berlin bis Senftenberg, ist die wasserreiche: Spree, Spreewald, Seenland, überwiegend flach und mit dichter Bahnanbindung. Sie ergibt eine Reise von drei bis vier Tagen mit Rückfahrt von Senftenberg über Cottbus.

Die zweite Hälfte, Senftenberg bis Dresden, ist die abwechslungsreichere mit Heide, Teichen und dem Anstieg in das Elbtal. Sie braucht zweieinhalb Tage. Wer eine Etappe kürzen muss, nimmt die Bahn zwischen Ruhland und Königsbrück oder zwischen Hoyerswerda und Dresden – beide Verbindungen führen Fahrräder und verkürzen die Strecke um jeweils rund fünfzig Kilometer, ohne dass ein Höhepunkt der Reise entfällt.

Häufige Fragen

Ist die Strecke Berlin–Dresden mit dem Rad anspruchsvoll?

Nein. Bis Senftenberg ist sie eben; zwischen Senftenberg und Dresden gibt es im Übergang zur Oberlausitz und in der Dresdner Heide leichte Steigungen. Die Tagesetappen liegen bei 45 bis 60 Kilometern.

Wie kommt man mit dem Rad von Dresden zurück nach Berlin?

Mit dem Regionalexpress über Elsterwerda in etwa zwei Stunden. Fahrradmitnahme ist im Regionalverkehr möglich; am Wochenende empfiehlt sich eine frühe Verbindung.

Warum durch die Lausitz und nicht direkt?

Die direkte Linie Berlin–Dresden verläuft durch die Kiefernheiden des Flämings und der Elbe-Elster-Niederung. Der Umweg über Spreewald und Seenland ist rund 60 Kilometer länger, führt aber durch die abwechslungsreicheren Landschaften und an Seen mit Badestellen vorbei.

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51°31′N 14°08′E