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Radreisen · Gurkenradweg

Der Gurkenradweg im Spreewald – 260 Kilometer durch die Fließe

Der Gurkenradweg ist der bekannteste Rundkurs im Spreewald. Er verbindet die Gurkenanbaugebiete um Lübbenau, Burg und Straupitz, quert das Biosphärenreservat auf Dämmen zwischen den Fließen und berührt Cottbus, Lübben und die Dörfer des Unterspreewalds.

260km
Rundkurs (gerundet)
1999
Spreewaldgurke als geschützte Herkunft
4–6
Tagesetappen

Ein Rundkurs durch ein Binnendelta

Der Spreewald ist ein Binnendelta: Die Spree verzweigt sich hier in mehrere hundert natürliche und künstliche Wasserläufe, die Fließe, bevor sie sich hinter Lübben wieder sammelt. Der Gurkenradweg erschließt dieses Gebiet auf einem Rundkurs von rund 260 Kilometern. Er führt durch den Oberspreewald mit Lübbenau, Lehde und Burg, durch den Unterspreewald mit Schlepzig und Krausnick und berührt am Ostrand die Stadt Cottbus.

Charakteristisch sind die Wegabschnitte auf Dämmen: Links und rechts liegt Wasser, Brücken überqueren die Fließe, und in den Dörfern verkehren Kähne statt Autos. Wer den Spreewald mit dem Rad erlebt, sieht ihn anders als vom Kahn: von oben, in Bewegung und mit dem Wechsel zwischen offener Wiesenlandschaft und geschlossenem Erlenwald.

Verlauf und Etappen

Der Rundkurs hat keinen festgelegten Startpunkt. Üblich ist der Beginn in Lübbenau oder Lübben, beide mit Bahnanschluss aus Berlin und Cottbus.

EtappeAbschnittca. kmHöhepunkte
1Lübbenau – Burg40Lehde, Freilandmuseum, Bismarckturm
2Burg – Cottbus35Spreeaue, Peitzer Teiche (Abstecher)
3Cottbus – Straupitz55Branitzer Park, Byhleguhre, Holländermühle
4Straupitz – Lübben45Byhlen, Schlepzig, Unterspreewald
5Lübben – Lübbenau30Schlossinsel, Große Wasserstraße

Die Etappen 2 und 5 lassen sich zu einem Tag zusammenfassen; Familien teilen den Kurs eher in sechs oder sieben Tage mit Badepausen.

Die Gurke als Namensgeber

Die Spreewaldgurke ist seit 1999 als geschützte geografische Angabe eingetragen. Voraussetzung ist, dass die Gurken im Wirtschaftsraum Spreewald angebaut und verarbeitet werden. Der sandige, humusreiche Boden und das feuchte Kleinklima des Deltas begünstigen den Anbau; die Verarbeitung – Salz-Dill-Gurken, Senfgurken, Gewürzgurken – folgt Rezepten, die in den Familien der Einlegereien weitergegeben werden. Entlang des Radwegs bieten mehrere Betriebe Verkostungen und Hofverkauf; in Lübbenau erinnert das Gurkenmuseum an die Geschichte des Anbaus.

Wegequalität

Der Gurkenradweg ist überwiegend asphaltiert oder mit wassergebundener Decke befestigt. Im Kern des Oberspreewalds gibt es Abschnitte auf Plattenwegen und kurzen Sandpassagen, insbesondere zwischen Lehde und Leipe sowie im Unterspreewald bei Schlepzig. Nach Regen sind diese Stellen mit Tourenrädern befahrbar, mit Rennrädern jedoch unangenehm. Höhenmeter spielen keine Rolle; der gesamte Kurs liegt zwischen 45 und 70 Metern über dem Meeresspiegel.

Die Beschilderung zeigt eine grüne Gurke auf weißem Grund. In Cottbus und Lübben überlagern sich Gurkenradweg, Spreeradweg und Fürst-Pückler-Weg auf kurzen Abschnitten; die Übersichtstafeln an den Bahnhöfen zeigen die Trennung.

Sorbische Kultur am Weg

Der Spreewald ist Teil des niedersorbischen Siedlungsgebiets. Ortsschilder sind zweisprachig, in Burg und Lübbenau werden Trachten zu Festtagen getragen, und die Sagenfiguren des Spreewalds – die Mittagsfrau, der Wassermann, die Lutki – begegnen Radreisenden auf Hinweistafeln und in den Namen von Gasthäusern. Das Freilandmuseum Lehde zeigt vier Höfe aus dem 19. Jahrhundert und erklärt, wie Menschen in einer Landschaft lebten, in der jeder Weg ein Wasserweg war.

Anreise

Lübbenau und Lübben liegen an der Bahnstrecke Berlin–Cottbus; die Fahrt aus Berlin dauert etwa eine Stunde. Cottbus ist zusätzlich aus Dresden und Leipzig erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, findet in Lübbenau und Burg ausgewiesene Parkplätze für Mehrtagesgäste. Da der Weg ein Rundkurs ist, kann das Hauptgepäck in der ersten Unterkunft bleiben.

Kahnfahrt und Rad kombinieren

Die klassische Spreewald-Erfahrung ist die Kahnfahrt, und sie lässt sich mit der Radreise verbinden: Die Kahnfährleute in Lübbenau, Lehde, Burg und Schlepzig nehmen Fahrräder auf vielen Fahrten mit, sodass eine Etappe teilweise auf dem Wasser zurückgelegt werden kann. Üblich ist die Fahrt von Lübbenau nach Lehde oder Leipe mit dem Kahn und die Rückfahrt mit dem Rad über die Dämme. Die Kähne fahren von April bis Oktober, morgens ab neun und am frühen Nachmittag; eine Fahrt nach Lehde dauert etwa eine Stunde. Die Staken – lange Holzstangen, mit denen die Kähne bewegt werden – sind seit Jahrhunderten unverändert.

Fließe, Schleusen und Wasserstände

Der Spreewald ist ein Wasserbauwerk, und der Radweg fährt mitten hindurch. Rund tausend Kilometer Fließe durchziehen das Binnendelta; sie sind mit Wehren, Schleusen und Stauhaltungen geregelt, weil die Spree hier über eine sehr geringe Höhendifferenz verteilt wird. Wer aufmerksam fährt, sieht an den Dämmen die kleinen Handschleusen, mit denen Kahnfährleute den Wasserstand zwischen zwei Abschnitten ausgleichen – dieselbe Technik seit Generationen.

Die Wasserstände schwanken, und das wirkt sich aus. Nach starkem Regen sind einzelne Uferwege überflutet und werden gesperrt; in trockenen Sommern werden Fließe für Kahnfahrten zu flach, was Umleitungen der Kahnrouten bedeutet, nicht des Radwegs. Für die Planung heißt das: Der Radweg ist fast immer befahrbar, die Kahnfahrt als Programmpunkt dagegen wetterabhängig, und die Auskunft dazu geben die Kahnhäfen selbst am Vortag.

Gurken, Leinöl und Einkehr

Der Name des Wegs ist Programm, und die Einkehr gehört zur Tour. Die Spreewaldgurke ist als geschützte geografische Angabe geregelt, das heißt, sie muss aus dem Gebiet stammen; verarbeitet wird sie in Einlegereien, von denen mehrere am Weg besichtigt werden können, mit Verkauf ab Hof. Salzdill, Senfgurke, Knoblauchgurke und Gewürzgurke unterscheiden sich in der Lake, nicht in der Frucht.

Dazu kommt das zweite Regionalprodukt: Leinöl, kalt gepresst, mit Quark und Kartoffeln serviert – das Standardgericht der Spreewaldgasthöfe und für viele Radreisende der Grund für eine späte Mittagspause. Beides ist gut transportierbar, was am Ende einer Tour zählt: Gläser und Flaschen aus den Höfen entlang der Strecke passen in die Packtasche, und die Höfe versenden auf Wunsch. Wer im Sommer fährt, findet zusätzlich Erdbeeren, Kürbis und Honig an den Straßenständen der Dörfer.

Häufige Fragen

Warum heißt der Radweg Gurkenradweg?

Nach der Spreewaldgurke, die seit 1999 als geschützte geografische Angabe eingetragen ist. Der Weg verbindet die Anbaugebiete und die Einlegereien, in denen Gurken nach regionalen Rezepten eingelegt werden.

Ist der Gurkenradweg für Familien geeignet?

Ja. Der Kurs ist nahezu eben und in kurze Schleifen teilbar; von Lübbenau und Burg aus lassen sich Tagestouren von 25 bis 40 Kilometern fahren, die abends zum Ausgangspunkt zurückführen.

Welche Radkarte deckt den Spreewald ab?

Radkarten im Maßstab 1:50.000 oder 1:75.000 zeigen den gesamten Gurkenradweg auf einem Blatt, einschließlich der Zubringer aus Cottbus und Lübben. Offizielle GPX-Tracks sind kostenfrei verfügbar.

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51°31′N 14°08′E