Region · Organisation
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien im Profil
Hinter den Rad- und Wanderkarten der Oberlausitz, den Themenrouten Via Sacra und Umgebindeland und dem Auftritt der Region auf Reisemessen steht eine Gesellschaft mit Sitz in Bautzen: die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH. Diese Seite erklärt, was sie tut, wer sie trägt und warum ein schlesischer Name in Sachsen steht.
- 2
- Landkreise als Träger
- ~4.500km²
- vermarktete Fläche
- 16
- Stationen der Via Sacra
Aufgabe
Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH – kurz MGO – ist die Destinationsmanagement-Organisation der sächsischen Oberlausitz. Sie wurde in den 1990er Jahren gegründet, als die Landkreise die Vermarktung der Region bündelten, und hat ihren Sitz in Bautzen. Ihre Aufgabe ist es, die Oberlausitz als Reiseziel bekannt zu machen und die touristischen Angebote der Region zu koordinieren: von den Städten des Sechsstädtebunds über das Bergland und das Zittauer Gebirge bis zur Heide- und Teichlandschaft und zur Muskauer Heide.
Die MGO verkauft keine Reisen. Sie produziert Karten und Broschüren, betreibt Informationsportale, tritt auf Reisemessen auf, arbeitet mit Presse und Reiseveranstaltern und entwickelt Themen, unter denen die Region auftritt. Gebucht wird bei Hotels, Veranstaltern und den Touristinformationen der Städte.
Träger
Gesellschafter sind die Landkreise Bautzen und Görlitz sowie Städte und Verbände der Region. Diese Struktur unterscheidet die MGO von den Tourismusverbänden des Spreewalds und des Seenlands, die als Vereine organisiert sind: Die MGO ist eine kommunale Gesellschaft, ihre Arbeit wird aus Kreismitteln und Fördermitteln des Freistaats finanziert.
Der Name
„Oberlausitz-Niederschlesien” klingt für Ortsfremde nach zwei Regionen. Tatsächlich meint es eine: Der östliche Teil der Oberlausitz um Görlitz, Niesky und Weißwasser kam 1815 zu Preußen und wurde der Provinz Schlesien zugeschlagen; bis 1945 war Görlitz eine schlesische Stadt. Nach 1990 hieß der Landkreis um Niesky „Niederschlesischer Oberlausitzkreis”, bis er 2008 im Landkreis Görlitz aufging. Der Name der MGO bewahrt diese Geschichte – und spricht Reisende an, die die schlesische Kultur der Region suchen: das Schlesische Museum in Görlitz, den Schlesischen Christkindelmarkt, die Küche mit Schlesischem Himmelreich und Mohnklößen.
Themenrouten
Die sichtbarsten Produkte der MGO sind die Themenrouten, unter denen sie die Region gliedert:
| Route | Thema | Beispiele |
|---|---|---|
| Via Sacra | Sakrale Kunst im Dreiländereck, 16 Stationen | Kloster St. Marienthal, Heiliges Grab Görlitz, Fastentuch Zittau |
| Umgebindeland | Umgebindehäuser im Bergland | Obercunnersdorf, Großschönau, Ebersbach |
| Oberlausitzer Bergweg | Wanderweg von Neukirch bis Zittau, rund 110 km | Czorneboh, Kottmar, Lausche |
| Sächsische Städteroute | Radweg durch die Sechsstädte | Bautzen, Löbau, Görlitz |
| Krabat-Region | Sagenlandschaft um Hoyerswerda | Krabat-Mühle, Groß Särchen |
Die Routen sind mit Karten, Beschilderung und Internetseiten ausgestattet; die MGO koordiniert die beteiligten Orte und Betriebe.
Karten und Portale
Die MGO gibt Rad-, Wander- und Freizeitkarten der Oberlausitz heraus, die in den Touristinformationen ausliegen und im Handel verkauft werden. Für den Froschradweg, die Sächsische Städteroute und den Oberlausitzer Bergweg gibt es eigene Karten mit Etappenbeschreibung. Die Internetportale der Region mit Unterkunftsverzeichnis, Veranstaltungskalender und Tourenplaner werden von ihr betrieben; Radreisende laden dort GPX-Tracks der Fernwege herunter.
Zusammenarbeit über Grenzen
Die Oberlausitz grenzt an Polen und Tschechien, und ihr Tourismus ist grenzüberschreitend: Der Muskauer Park und Görlitz liegen auf beiden Neißeufern, die Via Sacra hat Stationen in drei Ländern, das Zittauer Gebirge geht ins Lausitzer Gebirge über. Die MGO arbeitet dafür mit den Tourismusorganisationen der Woiwodschaft Niederschlesien und des Bezirks Liberec zusammen. Innerhalb Deutschlands kooperiert sie mit dem Tourismusverband Lausitzer Seenland, der den sächsischen Teil der Seenkette mitvertritt, und mit der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen für den Auftritt auf Bundesebene.
Für Reisende
Die MGO ist kein Reisebüro und keine Buchungsstelle. Was Reisende von ihr haben, liegt in den Touristinformationen von Bautzen, Görlitz, Zittau, Kamenz und Löbau: die Karten, die Broschüren zu den Themenrouten und die Veranstaltungskalender. Wer die Oberlausitz plant, beginnt mit ihrem Material – und bucht dann vor Ort.
Oberlausitz und Niederlausitz
Für Reisende, die die Region zum ersten Mal planen, ist die Zweiteilung der Lausitz die wichtigste Unterscheidung, und sie erklärt auch die Arbeitsteilung der Verbände. Die Oberlausitz im Süden ist hügelig bis bergig: Granitkuppen wie Czorneboh und Kottmar, das Zittauer Gebirge mit Sandsteinfelsen, Dörfer mit Umgebindehäusern, in denen Blockstube und Fachwerk übereinanderstehen. Die Niederlausitz im Norden ist flach, sandig und von Bergbau und Wasser geprägt – Spreewald, Tagebaue, junge Seen.
Die MGO vertritt den sächsischen, also den oberlausitzer Teil. Wo die Landschaften ineinander übergehen, überschneiden sich die Zuständigkeiten: Die Heide- und Teichlandschaft nördlich von Bautzen gehört zur Oberlausitz, grenzt aber an das Seenland, und der Bärwalder See wird von beiden Organisationen beworben. Für die Reiseplanung ist das ohne Belang, weil die Wege und Karten über die Grenzen hinweg durchgehen.
Die Jahreszeiten der Oberlausitz
Der Veranstaltungskalender der Region hat wenige, aber feste Punkte, und sie liegen außerhalb der klassischen Hauptsaison. Im Frühjahr zeigt Zittau sein Großes Fastentuch von 1472, und in den katholisch-sorbischen Dörfern zwischen Bautzen und Wittichenau reiten am Ostersonntag die Osterreiter von Gemeinde zu Gemeinde. Im Mai blüht der Rhododendron auf dem Kamenzer Hutberg.
Der Sommer gehört den Freilichtbühnen und Stadtfesten, der Herbst den Fischwochen mit dem Abfischen der Teiche. Im Dezember ist der Schlesische Christkindelmarkt in Görlitz der größte Anziehungspunkt der Region. Wer die Oberlausitz im Januar oder Februar besucht, findet leere Städte, offene Museen und günstige Zimmerpreise – die Nebensaison ist hier tatsächlich eine.
Häufige Fragen
Was macht die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien?
Sie vermarktet die sächsische Oberlausitz als Reiseziel: Karten, Broschüren, Internetportale, Messeauftritte, Pressearbeit, Koordination von Themenrouten und Radwegen. Sie ist keine Reiseagentur – gebucht wird bei Hotels, Veranstaltern und Touristinformationen.
Warum heißt sie Oberlausitz-Niederschlesien?
Weil der Landkreis Görlitz bis 2008 Niederschlesischer Oberlausitzkreis hieß und das Gebiet um Görlitz von 1815 bis 1945 zur preußischen Provinz Schlesien gehörte. Der Name hält die schlesische Geschichte des Ostteils der Oberlausitz fest.
Wo sitzt die MGO und wie erreicht man sie?
In Bautzen. Für Reisende sind die Touristinformationen der Städte der direkte Kontakt; die MGO liefert das Material, das dort ausliegt, und betreibt die regionalen Informationsportale.