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Region · Oberlausitz

Land und Leute in der Oberlausitz – Landschaft, Städte und Menschen

Die Oberlausitz ist das südliche Drittel der Lausitz: hügelig, städtereich, zweisprachig, sächsisch. Zwischen dem Zittauer Gebirge und der Heide bei Hoyerswerda leben rund 600.000 Menschen in zwei Landkreisen. Diese Seite beschreibt das Land, seine Städte und seine Leute – und wer den Tourismus der Region organisiert.

~600.000
Einwohner der Oberlausitz
2
Landkreise (Bautzen, Görlitz)
793m
Lausche, höchster Berg

Das Land

Die Oberlausitz steigt von Norden nach Süden an. Im Norden liegt die Heide- und Teichlandschaft um Hoyerswerda und Niesky auf 100 bis 150 Metern – Kiefern, Sand, über 350 Teiche. Es folgt das Lausitzer Gefilde um Bautzen und Kamenz, fruchtbares Lösshügelland mit Getreidefeldern, das seit dem Mittelalter das Brot der Region liefert. Südlich der Linie Bischofswerda – Löbau – Görlitz beginnt das Oberlausitzer Bergland mit Granitkuppen bis 600 Meter, Umgebindehäusern und Textilgeschichte. Ganz im Süden erhebt sich das Zittauer Gebirge aus Sandstein; die Lausche mit 793 Metern ist der höchste Berg der Oberlausitz. Die Neiße bildet die Ostgrenze zu Polen, die Spree durchfließt das Land von Süd nach Nord.

Die Städte

StadtEinwohnerCharakter
Görlitz56.000Größte Stadt, Denkmalstadt, Europastadt mit Zgorzelec
Bautzen38.000Historische Hauptstadt, Zentrum der Sorben
Hoyerswerda30.000Bergbaustadt, Tor zum Seenland
Zittau25.000Fastentuch, Schmalspurbahn, Dreiländereck
Kamenz17.000Lessingstadt
Löbau15.000Gusseiserner Turm, Mitte des Sechsstädtebunds
Weißwasser16.000Glasstadt in der Muskauer Heide
Niesky9.000Herrnhuter Planstadt, Holzhausbau

Die Städte liegen auf einer Achse entlang der alten Via Regia und der heutigen Autobahn 4; von Bautzen sind alle in einer Stunde erreichbar.

Die Leute

In der Oberlausitz leben rund 600.000 Menschen, etwa 40.000 davon Sorben. Die Bevölkerung ist seit 1990 um ein Fünftel geschrumpft und älter geworden; seit einigen Jahren stabilisiert sie sich durch Zuzug in Bautzen, Görlitz und die Dörfer um Dresden. Die Oberlausitzer gelten als bodenständig und wortkarg – der Dialekt mit seinem rollenden R und der Redewendung „Nu” für Ja ist im Bergland noch Alltag. Die katholischen Sorben um Crostwitz und Ralbitz halten Sprache und Bräuche am dichtesten; die evangelische Mehrheit prägt die Kirchen- und Vereinskultur der Städte. Gemeinsam ist beiden eine starke Bindung an den Ort: Heimatvereine, Feuerwehren und Sportvereine sind das Rückgrat des Dorflebens.

Wirtschaft

Die Oberlausitz war Textil- und Glasland, verlor beides nach 1990 und hat sich neu aufgestellt: Schienenfahrzeugbau in Görlitz und Bautzen, Kunststoff und Maschinenbau im Bergland, Energie und Chemie um Hoyerswerda und Boxberg, Landwirtschaft im Gefilde, Tourismus überall. Der Kohleausstieg trifft den Nordteil um Weißwasser und Boxberg; Strukturmittel fließen in Forschungsinstitute, Bahnausbau und Gewerbeflächen. Görlitz entwickelt sich zur Film- und Kreativstadt, Bautzen zum Standort für Verwaltung und sorbische Institutionen.

Wer den Tourismus organisiert

Die Vermarktung der Oberlausitz als Reiseziel liegt bei der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH in Bautzen, getragen von den Landkreisen und Städten. Sie gibt Rad- und Wanderkarten heraus, betreibt Informationsportale, koordiniert Themenrouten wie Via Sacra und Umgebindeland und vertritt die Region auf Messen. Die Städte betreiben eigene Touristinformationen; das Lausitzer Seenland, das Ober- und Niederlausitz teilt, hat einen eigenen Tourismusverband mit Sitz in Senftenberg. Für Reisende bedeutet das: Karten und Broschüren gibt es in jeder Stadt, die Radwege sind einheitlich beschildert, und die Regionen arbeiten trotz der Landesgrenze zusammen.

Unterwegs im Land

Die Oberlausitz ist mit dem Auto in einer Stunde zu durchqueren, mit dem Rad in einer Woche zu erfahren. Die Bahn verbindet Dresden mit Bautzen, Löbau, Görlitz, Zittau und Hoyerswerda; Kamenz und Niesky liegen an Nebenstrecken. Für Reisende ohne Auto sind Bautzen und Görlitz die praktischen Standorte, von denen Bergland, Zittauer Gebirge und Heide mit Bahn und Bus erreichbar sind. Die Radwege – Spreeradweg, Froschradweg, Oder-Neiße-Radweg, Sächsische Städteroute – verbinden alle Landschaftsräume; die Wanderwege des Berglands und der Oberlausitzer Bergweg erschließen den Süden.

Bauen und Wohnen

Die Oberlausitz hat eine eigene Hausform, die es in dieser Dichte nirgends sonst gibt: das Umgebindehaus. Bei ihm steht eine hölzerne Blockstube frei im Erdgeschoss, umgeben von einem Gerüst aus Holzständern, das die Last des Obergeschosses und des Dachs trägt. So blieb die Stube von der Last entkoppelt – wichtig, wo in ihr Webstühle standen, deren Erschütterungen das Mauerwerk beschädigt hätten. Über zwanzigtausend solcher Häuser stehen zwischen Bautzen, Zittau und der tschechischen Grenze; in Obercunnersdorf, Großschönau und Ebersbach bilden sie ganze Straßenzüge.

Nördlich davon, in der Heide um Hoyerswerda und Rietschen, war Schrotholz die übliche Bauweise: waagerecht geschichtete Bohlen, verzapft an den Ecken. Erhalten sind einzelne Höfe, viele davon aus abgebaggerten Dörfern umgesetzt. In den Städten wiederum stehen Bürgerhäuser aus Renaissance und Barock, in Görlitz mit den bekannten Hallenhäusern, deren Erdgeschoss eine Halle über zwei Etagen bildet.

Essen und Trinken

Die Küche der Oberlausitz ist bodenständig und trägt sorbische und schlesische Einflüsse. Aus den Teichwirtschaften kommt der Karpfen, im Herbst zu den Fischwochen gebacken, blau oder als Suppe. Vom schlesischen Osten stammt das Schlesische Himmelreich – geräuchertes Schweinefleisch mit Trockenfrüchten und Klößen – und die Vorliebe für Mohn, als Mohnstriezel oder Mohnklöße zur Weihnachtszeit. Bautzen ist bekannt für seinen Senf, der in mehreren Schärfegraden hergestellt wird und in vielen Gasthäusern zur regionalen Wurstplatte gehört.

Aus der Niederlausitz kommt die Kombination von Quark mit Leinöl und Kartoffeln, im Spreewald mit Gurken serviert. Getrunken wird Bier aus regionalen Brauereien, im Herbst Federweißer aus den kleinen Weinlagen an der Neiße, und in den sorbischen Dörfern ist der Kaffee mit Streuselkuchen fester Teil eines Besuchs.

Häufige Fragen

Wer ist für den Tourismus in der Oberlausitz zuständig?

Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO) mit Sitz in Bautzen vermarktet die Region als Destination, gibt Karten und Broschüren heraus und koordiniert Radwege und Themenrouten. Vor Ort informieren die Touristinformationen der Städte.

Wie groß ist die Oberlausitz?

Der sächsische Teil – die Landkreise Bautzen und Görlitz – umfasst rund 4.500 Quadratkilometer mit etwa 600.000 Einwohnern. Historisch gehören auch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg zum Teil und das Gebiet östlich der Neiße um Lubań in Polen dazu.

Welche Sprache spricht man in der Oberlausitz?

Deutsch, im Kernland zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda auch Obersorbisch. Der deutsche Dialekt der Oberlausitz – das „Äberlausitzer“ mit dem rollenden R – ist im Bergland um Zittau und Ebersbach noch lebendig.

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51°31′N 14°08′E