Region · Sehenswürdigkeiten
Die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele der Oberlausitz
Die Oberlausitz reicht von der Muskauer Heide an der Neiße bis zum Zittauer Gebirge an der tschechischen Grenze; ihre Ausflugsziele Oberlausitz-weit an einem Ort zu ordnen ist der Zweck dieser Seite. Ihre Sehenswürdigkeiten sind ungewöhnlich verschieden: ein Landschaftspark als Welterbe, eine Altstadt mit 4.000 Denkmalen, ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert, ein Findlingspark auf einer Tagebaukippe. Diese Seite ordnet sie nach Regionen.
- 1
- UNESCO-Welterbe (Muskauer Park)
- 4.000+
- Denkmale in Görlitz
- 6
- Teilregionen mit Ausflugszielen
Sehenswürdigkeiten der Oberlausitz in sechs Regionen
Die Oberlausitz ist etwa 100 Kilometer breit und 60 Kilometer tief. Die Oberlausitz Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf sechs Teilregionen, die jeweils an einem Tag erfahrbar sind: die Muskauer Heide im Nordosten, die Sechsstädte Görlitz und Bautzen, das Zittauer Gebirge im Süden, das Oberlausitzer Bergland, die Heide- und Teichlandschaft und das Lausitzer Seenland im Westen.
Muskauer Heide und Bad Muskau
Die Muskauer Heide ist ein Kiefernwaldgebiet auf Sand und Dünen zwischen Weißwasser, Bad Muskau und Rietschen – dünn besiedelt, seit 2000 Wolfsgebiet, im 19. Jahrhundert Zentrum der Glasindustrie. Ihre Attraktionen liegen am Rand:
| Ziel | Was es ist | Zeit |
|---|---|---|
| Muskauer Park, Bad Muskau | Landschaftspark Fürst Pücklers, UNESCO-Welterbe seit 2004, 830 ha auf beiden Neißeufern | halber Tag |
| Kromlauer Park | Rhododendronpark mit der Rakotzbrücke, einer Basaltbogenbrücke von 1860, die sich im Wasser zum Kreis spiegelt | 2 h |
| Waldeisenbahn Muskau | Schmalspurbahn (600 mm) zwischen Weißwasser, Bad Muskau und Kromlau, Saison April–Oktober | 1–2 h |
| Findlingspark Nochten | 7.000 Findlinge aus dem Tagebau, arrangiert zu Themengärten auf einer Kippe | 2 h |
| Glasmuseum Weißwasser | Geschichte der Glasproduktion, einst größter Glasstandort Europas | 1,5 h |
| Erlichthof Rietschen | Umgesetzte Schrotholzhäuser aus abgebaggerten Dörfern, Wolfsbüro | 1,5 h |
Görlitz
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und die mit den meisten Baudenkmalen: über 4.000 aus Gotik, Renaissance, Barock und Gründerzeit, im Krieg unzerstört. Untermarkt mit den Hallenhäusern, Peterskirche mit Sonnenorgel, das Heilige Grab von 1500, die Altstadtbrücke nach Zgorzelec und die Landeskrone als Aussichtsberg sind die Stationen eines Tages. Görlitz ist Drehort internationaler Filme; das Schlesische Museum erklärt die Geschichte der Region östlich der Neiße.
Bautzen und Umland
Bautzen, die tausendjährige Stadt über der Spree, hat siebzehn Türme, den Dom St. Petri als Simultankirche und das Sorbische Museum in der Ortenburg. Im Umland liegen der Saurierpark Kleinwelka mit lebensgroßen Dinosaurierfiguren – das meistbesuchte Familienziel der Oberlausitz –, das Kloster St. Marienstern im Land am Klosterwasser und die Osterreiter-Dörfer Ralbitz und Crostwitz.
Zittauer Gebirge
Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands liegt an der tschechischen Grenze. Die Schmalspurbahn fährt seit 1890 von Zittau nach Oybin und Jonsdorf; auf dem Berg Oybin stehen die Ruinen von Burg und Cölestinerkloster aus dem 14. Jahrhundert, die Caspar David Friedrich malte. Sandsteinfelsen wie die Kelchsteine und der Nonnenfelsen sind Kletter- und Wanderziele. In Zittau selbst hängt das Große Fastentuch von 1472; die Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge nach Liberec und in das böhmische Lausitzer Gebirge.
Oberlausitzer Bergland
Zwischen Bautzen und Zittau liegt das Bergland mit Umgebindehäusern – jener Bauform, die Blockstube und Fachwerk unter einem hölzernen Stützgerüst verbindet und die es nur hier, in Nordböhmen und Schlesien gibt. Rund 19.000 sind erhalten; Obercunnersdorf, Ebersbach und Großschönau haben die dichtesten Ensembles. Herrnhut ist die Gründungsstadt der Brüdergemeine mit Völkerkundemuseum und der Manufaktur der Herrnhuter Sterne; der Löbauer Berg trägt den einzigen gusseisernen Aussichtsturm Europas.
Heide- und Teichlandschaft
Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft mit über 350 Teichen ist eine Landschaft zum Radfahren und Beobachten: Haus der Tausend Teiche in Wartha, Beobachtungstürme, der Froschradweg als Rundkurs. Hoyerswerda mit der Krabat-Mühle in Schwarzkollm – der nachgebauten Sagenmühle – ist das Zentrum im Westen.
Lausitzer Seenland
Die westliche Oberlausitz geht in das Lausitzer Seenland über: geflutete Tagebaue, seit 2013 durch Kanäle schiffbar verbunden, mit Häfen, Stränden, schwimmenden Häusern in Geierswalde und dem Aussichtsturm Rostiger Nagel. Die IBA-Terrassen in Großräschen erklären den Wandel. Die fünf großen Seen sind auf eigenen Seiten dieser Website beschrieben.
Ausflugsziele planen
Wer Oberlausitz Sehenswürdigkeiten in einer Reise bündeln will, plant nach Regionen: Für die Höhepunkte – Görlitz, Bautzen, Bad Muskau, Zittauer Gebirge – reichen vier Tage mit einem Standort in Bautzen oder Görlitz; die Fahrzeiten liegen jeweils unter einer Stunde. Wer Seenland und Teichlandschaft einschließt, plant eine Woche und wechselt den Standort nach Hoyerswerda oder Senftenberg. Als Ausflugsziele Oberlausitz für einen einzelnen Tag eignen sich Bad Muskau, Bautzen und der Saurierpark am besten, weil sie von Dresden und Cottbus in einer Stunde erreichbar sind. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober; der Muskauer Park und die Schmalspurbahnen fahren dann im vollen Programm, das Seenland hat Badesaison.
Öffnungszeiten und Saison
Die Oberlausitz ist keine Ganzjahresdestination mit durchgehendem Betrieb, und das ist bei der Tagesplanung der häufigste Stolperstein. Museen und Schlösser schließen üblicherweise montags, kleinere Häuser zusätzlich dienstags; Schmalspurbahnen, Parkeisenbahnen und Aussichtstürme fahren saisonal, überwiegend zwischen April und Oktober und außerhalb der Ferien vor allem an Wochenenden.
Dorfkirchen mit sehenswerter Ausstattung sind oft verschlossen. Der Schlüssel liegt beim Pfarramt, im Nachbarhaus oder in der Gaststätte; ein Anruf am Vortag ersetzt eine vergebliche Fahrt. Für Familien lohnt der Blick auf die Ferientermine in Sachsen und Brandenburg – in den Sommerferien haben Freizeitangebote längere Zeiten und Museen Zusatzprogramme, in den Wintermonaten reduzieren viele Häuser auf wenige Tage pro Woche.
Ausflüge ohne Auto
Ein Teil der Ziele ist mit Bahn und Bus gut erreichbar, ein anderer praktisch nur mit dem Auto – die Unterscheidung spart Zeit. An der Bahn liegen Görlitz, Bautzen, Zittau, Löbau, Kamenz, Weißwasser, Hoyerswerda und Senftenberg, und von Zittau fährt die Schmalspurbahn nach Oybin und Jonsdorf, was den Ausflug ins Gebirge ohne Fahrzeug möglich macht.
Schwierig ohne Auto sind die Ziele in der Heide und in der Bergbaufolgelandschaft: Findlingspark Nochten, Erlichthof Rietschen, die Aussichtspunkte an den Tagebauen und die kleineren Orte im Bergland. Für sie gibt es zwei Lösungen: Rufbusse, die telefonisch oder per App eine Stunde vorher bestellt werden und im Landkreis Görlitz und Bautzen den Nahverkehr ergänzen, oder das Fahrrad, das in den Regionalzügen mitfährt. Wer mehrere solcher Ziele an einem Tag verbinden will, kommt an einem Mietwagen nicht vorbei.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bad Muskau?
Der Muskauer Park (UNESCO-Welterbe) mit Neuem Schloss, Bergpark und den Neißeauen auf deutscher und polnischer Seite; die Waldeisenbahn Muskau nach Weißwasser und Kromlau; der Kromlauer Park mit der Rakotzbrücke, zehn Kilometer westlich.
Welche Ausflugsziele in der Oberlausitz eignen sich für Familien?
Der Saurierpark Kleinwelka bei Bautzen, der Findlingspark Nochten, die Krabat-Mühle in Schwarzkollm, die Schmalspurbahn ins Zittauer Gebirge und die Strände des Lausitzer Seenlands. Alle sind an einem Tag mit Kindern zu bewältigen.
Wie viele Tage braucht man für die Oberlausitz?
Für die Höhepunkte – Görlitz, Bautzen, Bad Muskau, Zittauer Gebirge – vier Tage mit Standort in Bautzen oder Görlitz. Wer das Seenland und die Teichlandschaft einschließt, plant eine Woche.